Moers: Relikte der Bahn

Moers: Relikte der Bahn

Die Straßenbahnen der Linie 12 zwischen Moers und Krefeld verschwanden 1963. Doch einige Relikte sind in Kapellen an der Bahnhofstraße zu erkennen. Am alten Gleisbett neben der Landstraße stehen noch Strommasten.

KAPELLEN Noch während des letzten Kriegsjahres wurden die Krefelder Straßenbahngleise von Traar über Kapellen bis nach Moers verlängert. Als die neue Strecke im Februar 1918 in Betrieb ging, wurde sie nur von mit Dampfloks gezogenen Kohlezügen von der Zeche Rheinpreußen befahren. Eine Oberleitung kam erst 1920 hinzu, und ab 15. November 1920 fuhren zwischen Krefeld und Moers elektrische Straßenbahnen. Die Strecke wurde von der Straßenbahn Moers-Homberg GmbH und der Krefelder Verkehrs AG betrieben.

43 Jahre Straßenbahn

Der Betrieb auf dieser Strecke wurde nach 43 Jahren am 2. November 1963 wieder eingestellt. Doch noch heute, 45 Jahre danach, erinnern noch immer einige Relikte an die ehemalige Straßenbahnfernstrecke. An der Bahnhofstraße von Kapellen in Höhe der Bushaltestellen Vennikel/Schacht III stehen noch drei Betonmasten der alten Oberleitung, sogar das Gestänge der Aufhängung ist noch zu sehen. Der Grünstreifen neben der Straße lässt gut das alte Gleisbett der Straßenbahn erkennen. In Sichtweite rauscht der Verkehr auf der Autobahn A 57 vorbei. In Höhe Luiter Straße führte die Gleistrasse von der Landstraße weg wieder aufs Feld. Zehn Jahre, nachdem die Bahn still gelegt worden war, wurde die 1974 eröffnete Autobahn teilweise auf der alten Straßenbahntrasse gebaut.

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Die Linie, die am Moerser Hauptbahnhof endete, erstreckte sich über knapp 16,5 Kilometer. Die Bahnen fuhren im Stundentakt und brauchten 45 Minuten von Endhaltstelle zu Endhaltestelle. Vom 1. April 1825 bis zum 8. Oktober 1939 wurde die Linie über Homberg bis Duisburg-Ruhrort weitergeführt. Die Weiterfahrt dauerte eine halbe Stunde. Mit Kriegsbeginn mussten die Fahrgäste wieder in Moers umsteigen.

Auf der größtenteils eingleisigen Strecke Krefeld-Moers gab es nur einen Stundentakt, erst 1952 fuhr die Linie 12 alle halbe Stunden. Zwischen 1918 und 1926, dann wieder von 1941 bis gegen Kriegsende sowie im Winter 1947 fuhren auf dieser Strecke auch die Kohlenzüge nach Krefeld, Mönchengladbach und Rheydt. In Moers fuhr die Bahn über Neustraße, Altmarkt, Steinstraße zum Hauptbahnhof. Die Strecke wurde von der Linie Moers-Kamp-Rheinberg mitbenutzt.

(RP)