1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Regionalwettbewerb am Niederrhein: Jugend forscht erneut nur online

Regionalwettbewerb am Niederrhein : Jugend forscht erneut nur online

Trotzdem gibt es 123 Anmeldungen mit 218 beteiligten Jugendlichen. Daran, wie der Wettbewerb vor Corona lief, erinnert sich die Siegerin aus dem Jahr 2019: Anna Karl aus Moers.

Die Sieger der letzten beiden Regionalwettbewerbe von Jugend forscht beweisen: Der Wettbewerb führt nicht nur junge Menschen an die Wissenschaft heran, er bringt auch unmittelbare Ergebnisse für das Hier und Heute. So wie im Falle von Vorjahressiegerin Maximiliane Otto. „Ich habe bei einer Facharbeit die Idee gehabt, dass es bei der Corona-Prävention ein großes Spannungsfeld gibt. Nämlich das zwischen Infektionsprävention auf der einen und Klimaschutz auf der anderen Seite. Wenn ich ständig lüfte und parallel die Heizungen laufen, dann verschwende ich viel Energie. Lüfte ich zu wenig, dann steigt das Infektionsrisiko“, sagt die 17-Jährige, die in diesem Jahr in Krefeld ihr Abitur macht.

Ihre Lösung: „Ich habe mir verschiedene Zahlen von Instituten wie dem Max-Planck-Institut geholt und daraus ein Excel-Tool entwickelt, mit dem die optimale Lüftungszeit abhängig von Raumgröße, Anzahl und Art der Fenster, der Belegung des Raums, Innen- und Außentemperatur und so weiter ermittelt wird“, erläutert sie. Das Tool wird von den Lehrkräften ihrer Schule genutzt, auch wenn die Schule sich in der Hauptsache an Vorgaben des Ministeriums hält.

  • Die Zahl der Coronademonstranten wird auf
    „Spaziergänger“-Bewegung : KOD-Mitarbeiter massiv beleidigt bei Corona-Demonstration in Krefeld
  • Als Gegendemo zu den „Spaziergängern“ trafen
    Kundgebung fürs Impfen in Wermelskirchen : 120 Bürger gegen die „Spaziergänge“
  • Krefelds vier Berufskollegs, wie dieses hier
    Vier Berufskollegs in Krefeld : Anmeldephase für die Berufskollegs ab 29. Januar

Ihre Vorgängerin, die Siegerin 2019, Anna Karl, wiederum entwickelte ein chemisches Verfahren, um Katalysatoren zu verbessern und Stickoxide aus Abgasen zu filtern. „Es gab sogar Interesse aus der Industrie. Leider ist das dann durch Corona etwas eingeschlafen“, erzählt die 22 Jahre alte Medizin-Studentin.

In diesem Jahr aber wird vieles von dem, was sie am Wettbewerb packte, nicht zu erleben sein. „Die Abschlussveranstaltung ist richtig toll. Es ist eine Messeatmosphäre, es sind andere Teilnehmer, Eltern, Juroren, alle kommen an deinen Stand. Bei der Preisvergabe steht man vor 1000 Menschen und nimmt die Urkunde in Empfang, das ist ein unglaubliches Erlebnis“, schwärmt die Moerserin.

Diese Erfahrung werden die Teilnehmer 2022, ebenso wie auch Vorjahressiegerin Otto, nicht machen. „Wir haben uns aufgrund der ausufernden pandemischen Lage dazu entschieden, auch in diesem Jahr die Veranstaltung online durchzuziehen“, erklärt Ralf Wimmer, der stellvertretende Geschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein, die als Organisator auftritt. Für die Jury und die Teilnehmer ist das eine Herausforderung. „Wir haben aber im Vorjahr gesehen, dass es gut klappt. Wir werden die Abläufe wieder etwas verändern, die Präsentation der Sieger wird beispielsweise erneut zwei Tage nach der Präsentation stattfinden. Diese läuft so, dass die Teilnehmer für die Juroren freigeschaltet werden. Dann haben sie fünf Minuten Zeit, ihr Projekt zu präsentieren. Es folgen zehn Minuten Befragung. Dann ist die nächste Gruppe oder der nächste Teilnehmer an der Reihe“, betont der Leiter des Regionalwettbewerbs, Thomas Zöllner.

Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen sei auch in diesem Jahr die Veranstaltung sehr erfolgreich. „Wir haben insgesamt 123 Anmeldungen mit 218 beteiligten Jugendlichen“, sagt Wimmer. „Das ist eine gute Zahl. Zumal wir eine vergleichsweise hohe Abbrecherquote hatten. Das führen wir auf Corona zurück.“