1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Rebell-Comedy gastiert am 13. September 2018 in Moers

Kultur : Humor-Rebell eröffnet Comedy Arts

„Rebell-Comedy“ gastiert am 13. September mit einem abendfüllenden Programm in Moers. Mit dabei: Hany Siam.

Hany Siam erinnert sich gut an „sein erstes Mal“ in der Moerser Comedy-Arena. Das war 2015, und das Publikum in der Eventhalle am Solimare ging richtig mit. „Die Leute waren offen und gut drauf. Und vor allem war es ein gemischtes Publikum. Ü-50-Pärchen saßen neben ganz jungen Leuten.“ Am Donnerstag, 13. September, kehrt der Comedy-Rebell mit seinen Kollegen nach Moers zurück. Holger Ehrich, künstlerischer Leiter, hat die junge Stand-up-Comedytruppe „Rebell-Comedy“ für sein letztes Festival mit einem abendfüllenden Programm verpflichtet. Jung, multikulturell und ziemlich lustig soll sie das Publikum auf ein langes Humor-Wochenende einstimmen. Rebell-Comedy ist ein Stand-up-Comedy-Ensemble, das 2007 in Aachen gegründet wurde. Alle Künstler der Gruppe haben einen Migrationshintergrund, der zwar Teil ihrer Auftritte, aber niemals deren zentraler Bestandteil ist. Die ARD hat bereits zwei Staffeln mit Live-Shows der Crew aufgezeichnet. Hany Siam gehört seit sechs Jahren dazu. „Ich bin damals im Internet auf Rebell-Comedy gestoßen und habe gefragt, ob ich mitmachen kann. Ich hatte zwar überhaupt keine Erfahrung, aber richtig Lust, was zu machen.“ Siam, der Orientalistik studierte, war sich sicher, dass sein Weg in die Comedy-Branche führen muss. „Das war ein Bauchgefühl“, erzählt er im RP-Gespräch. Comedy sei die Königsdisziplin in Sachen Kunst. „Als Künstler wird man alle paar Sekunden vom Publikum bewertet. Es geht darum, den Humor der Leute zu treffen und letztendlich einen gemeinsamen Konsens zu finden.“ Hany Siam entwickelte schnell seinen eigenen Stil – deutsche Sitcom. So nennt er sein Format, das – wie er sagt – auf skurrile Observationscomedy und ein ausgeprägtes Talent beruht, lustige Geschichten nur durch die Mimik erzählen zu können. „In Deutschland kennen die Leute nur die amerikanischen Comedy-Soaps. Ich habe mich entschlossen, deutsche Sitcom-Szenen auf die Bühne zu bringen, also eine Mischung aus Schauspiel und Situationskomik.“ Dabei schlüpft er in Windeseile in die verschiedenen Rollen. Eine Kunstfigur zu schaffen, sei nicht seine Sache gewesen, erzählt er. „Da gibt es einen Wandel in der Szene. Mit einer Kunstfigur kann man sehr schnell bekannt werden, es kann aber auch sehr schnell zu einer Sättigung kommen.“ Besonders gern mag der Comedian mit ägyptischen Wurzeln die makaberen Themen. „Ich spreche gerne Themen an, die man nicht unbedingt sofort mit Comedy verbindet. Das ist die Herausforderung.“ Vor allem freut es ihn, wenn sein Publikum hinterher feststellt: „So haben wir das noch nie gesehen.“ Inzwischen war Siam auch Solo unterwegs. Zurzeit feilt er mit seinen Rebell-Kollegen an zwei neuen Formaten: einer Serie und einer Talentförderung. Mit welchen Rebellen er nach Moers kommen wird, weiß der Künstler selbst noch nicht so genau. Klar ist aber: Das Publikum darf sich auf eine geballte Ladung Humor freuen.