Moers: Rauchen ist Dienstsache

Moers : Rauchen ist Dienstsache

Ab 12. April darf im Moerser Rathaus nicht mehr geraucht werden. Für Mitarbeiter, die sich dann für ihre Kippe auf den Weg vors Rathaus machen, gilt die Zigarettenpause als bezahlte Arbeitszeit. Eine umstrittene Regelung.

Dienst ist Dienst, Schnaps ist Schnaps. Und die gemütliche Zigarettenpause ist Dienst. Zumindest bei der Moerser Stadtverwaltung. Die Dienstvereinbarung, die personalrat und Bürgermeister zur Einführung des Rauchverbots in den Rathäusern geschlossen haben, sieht nämlich vor, dass Mitarbeiter, die "während des Arbeitstages das Bedürfnis haben, zeitweise zu rauchen" bei Verlassen des Arbeitsplatzes nicht eine Arbeitspause in das Zeiterfassungssystem einbuchen müssen. Im Hauptausschuss gab es heftige Kritik an dieser Regelung.

Erhöhung der Personalkosten

Die zusätzliche bezahlte Freizeit für Raucher — wer ein Stück Kuchen kaufen geht oder sich ein Eis holt, muss nämlich weiterhin die Pause stempeln — nutzte die CDU-Vorsitzende Petra Rennicke zum Angriff auf Bürgermeister Ballhaus. Sie warf ihm vor, eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich beschlossen zu haben. Auf bis zu eine Million Euro rechnete sie damit verbundene Erhöhung der Personalkosten hoch.

Der FBG-Fraktionsvorsitzende Claus-Peter Küster hatte schon im Vorfeld erklärt, diese Entscheidung auf Kosten der Moerser Steuerzahler könne "nicht mal eben intern geregelt werden". Die FBG-Fraktion machte sich für "eine mittlerweile fast überall übliche, zeitgemäße elektronische Arbeitszeiterfassung" in der Verwaltung stark. Wenig Verständnis für die Aufregung zeigt Bürgermeister Norbert Ballhaus.

Er verwies darauf, dass das Verhandlungergebnis sowieso nach sechs Monaten erneut auf den Prüfstand komme. Zudem gehe er von einer "sozialen Kontrolle" aus, die zu üppige Zusatzpausen der rauchenden Mitarbeiter auf Kosten der Nichtraucher verhindern werde.

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(RP)