Moers: Rathaussanierung: Viele Fragen offen

Moers: Rathaussanierung: Viele Fragen offen

Nach dem Brandschutz musste der Denkmalschutz herhalten. Damit begründete die Verwaltung, dass eine Fassadendämmung bei der Sanierung des Alten Rathauses nicht in Frage käme. Fragen dazu konnten die Politiker im Bau- und Grundstücksausschuss nicht stellen. Denn am Montag war der zuständige Denkmalpfleger "nicht abkömmlich". Termine mit der Denkmalbehörde in Brauweiler wurden als "schwierig" beschrieben, ein vereinbarter Termin für Anfang Oktober sei erst im Januar zustande gekommen. Überrascht vernahmen die Kommunalpolitiker dagegen, dass der Denkmalschutz eine Dämmung ausschließe, dafür sei eine Anhebung des Daches und der Einbau von bisher nicht vorhandenen Dachgauben möglich. So entstünden im Dachgeschoss neue Büroräume.

Das Standesamt zieht nicht in das neue Rathaus, und auch Bürgerradiostudio und Computerraum in der Außenstelle Scherpenberg der Volkshochschule kommen nicht in das Bildungszentrum. Außerdem erfuhren die Politiker erstmalig, dass es zwei Anlaufstellen für Bürger geben werde: eine im sanierten Alten Rathaus, das vorwiegend zum Technischen Rathaus umgebaut werde, und eine "normale" für alle anderen Fachbereiche im angrenzenden Neubau. Klaus Brohl (CDU) fragte genervt, wieviele Dinge noch ausgelagert werden sollten. FDP und CDU waren sich einig, dass der Bürgerservice an zwei Stellen nicht gut sei. Mark Rosendahl (SPD) spielte den Ball zurück: Der Vorwurf, es sei zu klein geplant worden, sei lächerlich. Erst habe die CDU kritisiert, das Rathaus habe zu viele Mitarbeiter, jetzt sei zu wenig Platz für 450 Mitarbeiter da. Selbst nach vier Jahren Projektausschuss wurde am Montag zum ersten Mal ein Raum-Plan für das Rathaus-Projekt vorgestellt – allerdings auch nur mit Beamer an die Wand projiziert und nicht in Papierform zum Mitnehmen. Ob etwa die Cafeteria wirklich groß genug für 70 Plätze ist, ließ sich so nicht überprüfen. Das normale Büro ist mit 18 Quadratmetern angesetzt. Alle Fragen der Grünen zur Dämmung werden von der Projektleitung schriftlich beantwortet.

(RP)
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