Moers: Rat gibt grünes Licht für Grafengalerie

Moers : Rat gibt grünes Licht für Grafengalerie

Gestern Abend haben die Fraktionen der Unterzeichnung eines Durchführungsvertrages mit der Firma Charterhaus Investments zugestimmt. Anfang Oktober sollen die Abbrucharbeiten, Anfang 2015 die Bauarbeiten beginnen.

Gegen 20 Uhr konnte Brigitte van der Jagt, Geschäftsführern der Charterhaus Investments, gestern aufatmen: Der Rat der Stadt hatte dem seit mittlerweile drei Jahre geplanten Bau der Grafengalerie endlich zugestimmt. Und nach den vielen Fragen und Unsicherheiten, die noch in den vergangenen Tagen die Politik bewegt hatten, fiel die Entscheidung im Rat dann ganz flott und ohne große Diskussionen. So einträchtig zeigten sich die Fraktionen von dem Vorhaben und der Vorhabenträgerin begeistert, dass Gabriele Kaenders (Linke) von einem "bedenklichem Kuschelkurs" sprach. Sie trage sich nach wie vor mit Bedenken gegen das Einkaufszentrum und sie sei skeptisch, "ob das Qualität ist, was da reinkommt". Zu einem Votum gegen das Vorhaben konnte sich Kaenders aber nicht durchringen: Der Abschluss eines Durchführungsvertrags mit Charterhaus sowie der vorhabenbezogene Bebauungsplan wurde bei zwei Enthaltungen der Linken einstimmig beschlossen.

Von einer "historischen Entscheidung" sprach Mark Rosendahl (SPD). Claus-Peter Küster (die Grafschafter) meinte noch etwas pathetischer: "Horten und C&A sind Geschichte. Wir leiten eine neue Geschichte ein." Die Grafengalerie werde das ehemalige C&A/Horten-Areal wieder aufwerten und neues Leben in die Stadt bringen, zeigten sich auch Otto Laakmann (FDP) und Vertreter anderer Fraktionen überzeugt. Die Homberger Straße und ganz Moers würden durch die Grafengalerie profitieren. Ingo Brohl (CDU) stimmte zu: "Die Situation wird nachhaltig verbessert." Kritisch merkte er an, dass einige Querelen um die Finanzierung erst sehr kurzfristig geklärt werden konnten. Die Fraktionen verließen sich auf die Versicherung des Beigeordneten Lutz Hormes, dass eine Bankbürgschaft über eine Million Euro vorliege, die Brigitte van der Jagt an die Stadt zahlen muss, wenn das Projekt scheitert. "Alle Risiken liegen bei der Vorhabenträgerin", stellte Mark Rosendahl zufrieden fest.

"Frau Jagt, lassen Sie die Abbruchbagger los", rief Christopher Schmidtke (Grüne) die im Ratssaal anwesende Investorin an. Wie diese im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte, ist ihr Unternehmen dabei, den Bauantrag fertigzustellen. "Wir wollen ihn Ende September, Anfang Oktober einreichen." Parallel werde voraussichtlich der Abbruch des alten C&A/Horten-Gebäudes beginnen. Die Abbrucharbeiten dauern vermutlich bis Ende des Jahres. "Wir werden dabei so viel Rücksicht wie möglich nehmen", kündigte Brigitte van der Jagt an. "Aber: Man kann nicht duschen, ohne nass zu werden." Einzelheiten müssten noch abgestimmt werden, sie gehe aber davon aus, dass die Lastwagen mit dem Abbruchmaterial an der Bankstraße, also an der Hinterseite des Gebäudekomplexes an- und abfahren. "Das stört das Weihnachtsgeschäft am wenigsten."

Die Bauarbeiten an der Grafengalerie sollen nach dem derzeitigen Charterhaus-Zeitplan im Januar 2015 beginnen. Nach dem Durchführungsvertrag muss das Vorhaben bis Ende 2017 fertiggestellt sein. So viel Zeit will Brigitte van der Jagt sich aber nach Möglichkeit nicht lassen. "Wir rechnen mit zwei Jahren Bauzeit", sagte sie. Ihren Wunsch, bereits zum Weihnachtsgeschäft 2016 eröffnen zu können, werde sie sich vermutlich nicht erfüllen können. Aber eine Eröffnung der Grafengalerie im Frühjahr 2017, pünktlich zum Ostergeschäft, peilt sie fest an.

(RP)
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