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Kamp-Lintfort: Raser bricht Radaranlage auf

Kamp-Lintfort : Raser bricht Radaranlage auf

Ein unbekannter Autofahrer hat in der Nacht zu Montag einem Starenkasten auf der Autobahn 42 bei Kamp-Lintfort aufgebrochen. Nur 37 Prozent der an der Anlage geknipsten Temposünder müssen tatsächlich bezahlen.

Die Spuren seines Vergehens wollte ein unbekannter Autofahrer in der Nacht zu Montag offenbar beseitigen. Am Ende der Autobahn 42, im Autobahnkreuz Kamp-Lintfort, ist die Geschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt. Dort wurde der Unbekannte geblitzt. Weil er geglaubt hatte, er könnte die Beweise für diese Übertretung nachhaltig vernichten, ging der Raser noch in der Nacht zu Werke.

Er brach den "Starenkasten" mit Gewalt auf und wird wohl zu seinem Erstaunen festgestellt haben, dass sich im Inneren keine Kamera im üblichen Sinne befindet. "Es handelt sich um eine technische Anlage, die ihre Aufzeichnungen sofort online an die zuständige Bußgeldstelle übermittelt. Der Täter hat also mit dem Aufbrechen des Kastens überhaupt nichts erreicht", so Hans-Werner Lingen, Leiter der Autobahnpolizeiwache Moers.

Früher viele Tote

An der Stelle auf der A 42 steht eine Tempomessanlage, weil es früher viele Tote gab. Seit Aufbau der Radaranlage herrscht Ruhe. Dennoch geht es für den Kreis Wesel auch finanziell hier nicht um Kleinigkeiten. Die Messungen auf der A 42 führten 2010 zu rund 125 000 Anzeigen. Bei einem durchschnittlichen Bußgeld von 18 Euro wären das rund 2,2 Millionen Euro, erklärte Bodo Leinweber vom Kreis im RP-Gespräch. Bei einem Aufwand von 2,8 Millionen nimmt der Kreis gut fünf Millionen Euro im Jahr ein. Es könnte mehr sein, denn im vergangenen Jahr kamen 44 000 Ausländer ungeschoren davon, weil Halterdaten zu den Kfz nicht zu ermitteln waren.

Während regelwidrige Fahrer, die von der Polizei gestoppt werden, unmittelbar zur Kasse gebeten werden können, beginnt bei Messfotos die Prozedur der Ermittlung. Laut Verwaltung muss ein Kennzeichen zunächst klar einer Nation zugeordnet werden können. Das sei mit belgischen Schildern auf Schwarz-Weiß-Bildern schon schwierig. Effektiven Austausch gibt es nur mit Österreich und der Schweiz, deren Angehörige für den Kreis Wesel keine große Rolle spielen.

(RP/rl)