Quartierforum Moers kritisiert Umgang mit Bürgeranträgen im Ausschuss

Moers : Quartierforum kritisiert Umgang mit Bürgeranträgen im Ausschuss

Wie war Atmosphäre im Ausschuss für Bürgeranträge? Mitglieder des Quartiersforums Innenstadt bezeichnen das Klima als entsetzlich, Vorsitzender Claus Peter Küster als konstruktiv.

Dörte Ratay und Klaus-Dieter Vinschen beschreiben die Atmosphäre, die in der vergangenen der Sitzung des Ausschusses für Bürgeranträge herrschte, als „entsetzlich“ und „angespannt“. „Die Mitarbeiter der Verwaltung haben in die Luft geguckt oder auf ihren Handys gespielt, als die Antragssteller ihre Fragen gestellt haben“, berichten die beiden Mitglieder des Quartiersforums Moers-Innenstadt. „Sie haben zuzuhören und sich entsprechend zu verhalten.“ Die beiden fragen sich: „Welche Wirkung hat ein solches Verhalten auf die Antragsteller?“

Da weitere Mitglieder des Quartiersforums Innenstadt die Atmosphäre ebenso empfanden, beschlossen sie beim monatlichen Treffen, an die Öffentlichkeit zu gehen, zumal sich die Ausschussmitglieder ähnlich wie die Verwaltungsmitarbeiter verhalten hätten. „Vielleicht hatten sie alle einen schlechten Tag“, sagt Dörte Ratay. „Aber das entschuldigt ihr Verhalten nicht. Sie haben aufmerksam zu sein. Sie haben sich anders auf eine Sitzung vorzubereiten.“

Klaus-Dieter Vinschen ergänzt: „Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt herrschte am Dienstag eine ganz andere Atmosphäre. Dort hat sich ein Dialog mit den Bürgern entwickelt.“ Außerdem kritisieren die Mitglieder des Quartiersforums, ein Antragsteller, der zu einem geplanten Awo-Gebäude am Sperberweg in Hülsdonk vorgetragen habe, sei von der Verwaltung gebeten worden, seine Fragen schriftlich einzureichen.

„Das ist der normale Weg“, sieht Ausschussvorsitzender Claus Peter Küster die Sache anders. „Protokollanten können gar nicht so schnell die Fragen im genauen Wortlaut festhalten, wie sie manchmal gestellt werden. In allen Ausschüssen des Rates werden Fragen schriftlich eingereicht.“ Auch die Atmosphäre im Ausschuss erlebte er anders als die Gäste vom Quartierforum: „Sie war äußerst konstruktiv. Es ist viel diskutiert worden. Die Verwaltungsmitarbeiter haben die Fragen sehr präzise beantwortet, fach- und sachgerecht. Oder sie haben zugesagt, sie zur Niederschrift zu beantworten.“

Da sich ein Großteil der Anträge um Verkehrsthemen gedreht habe, schlägt Küster eine Sonderveranstaltung zum Thema „Zukunft des Verkehrs“ vor. Zu dieser Veranstaltung sollen neben den Antragstellern zu Verkehrsfragen alle interessierten Bürger eingeladen werden. Stattfinden soll sie nach den Sommerferien im Rheinkamper Kulturzentrum. „Ein Planungs- und Verkehrsbüro könnte vortragen, wie der Verkehr in Moers zugenommen hat“, sagt Küster. Dann könne es prognostizieren, wie sich der Fuß und Fahrradverkehr, der Autoverkehr und der öffentliche Personennahverkehr entwickeln sollten. Das Büro könne außerdem erläutern, welche Möglichkeiten eine Stadt habe, an bestimmten Stellen den Verkehr zu beruhigen. „Durch so eine Veranstaltung würde das gegenseitige Verständnis wachsen.“

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