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Moers: Prozess: Freizeitarrest nach Vergewaltigung

Moers : Prozess: Freizeitarrest nach Vergewaltigung

Die große Jugendstrafkammer in Moers hat einen 20-Jährigen der Vergewaltigung schuldig gesprochen. Nach Überzeugung des Gerichts hat der Moerser eine Freundin in ihrer Wohnung zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Das Gericht verhängte einen Freizeitarrest gegen den nicht vorbestraften jungen Mann.

Außerdem muss er 2500 Euro an die Geschädigte zahlen. Eine Vertreterin der Jugendgerichtshilfe hatte sich dafür ausgesprochen, den Mann noch nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. Mit Arrest oder einer Geldauflage könne man erzieherisch auf ihn einwirken. Der Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert.

Der Staatsanwalt hatte eine Strafe von zweieinhalb Jahren Haft gefordert. Obwohl der Moerser die Tat leugnete, war der Staatsanwalt davon überzeugt, dass die Frau die Wahrheit sagte.

Täter und Opfer kannten sich noch von der Schule und hatten im vergangenen Jahr erneut Kontakt aufgenommen. Man fand sich sympathisch und verabredete sich. Es kam zum Austausch von Zärtlichkeiten. Am zweiten Abend sei zwar abgemacht gewesen, dass eine Beziehung nicht infrage komme, dennoch habe man auf dem Sofa "gekuschelt". Das schilderten beide Parteien. Doch im Verlauf gehen die Angaben auseinander.

Der Angeklagte bestritt Gewaltanwendung. Es sei zu freiwilligen sexuellen Handlungen gekommen. Warum die Frau plötzlich weinte und sich ins Badezimmer zurückzog, wisse er nicht. Der Staatsanwalt war überzeugt: "Er wollte ein Nein nicht hinnehmen!" Als die Frau so laut schrie, dass er Angst hatte, entdeckt zu werden, ließ er von ihr ab.

(bil)