Projekt für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen im Moerser Schlossmuseum.

Moers : Erinnerungen zum Anfassen

Projekt für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen im Schlossmuseum.

Was lässt sich mit der „Dröppelminna“ anfangen und wie funktioniert der Vorläufer des heutigen Kaffeeautomaten? Wie fühlen sich die alten, grob gewebten Küchenhandtücher an im Unterschied zu den heutigen? Welche Art von Lampen sorgten in meiner Kindheit für eine heimelige Atmosphäre, welche Schuhe habe ich getragen, welche Musik tönte aus dem Transistorradio? Diese und andere Erinnerungen zum Anfassen, Hören und Sehen sollen für Besucherinnen und Besucher wach werden, die unter einer Demenzerkrankung leiden. In Kooperation mit der Alzheimergesellschaft öffnet das Grafschafter Museum seine Türen zu diesem Zweck „Mit Kulturgeschichte in die Gegenwart“ heißt das Projekt, bei dem Demenzbetroffene und ihre Angehörigen sich gemeinsam erinnern oder einfach eine gute Zeit ohne den alltäglichen Pflegestress verbringen können.

Dafür Gelegenheit ist unter der Anleitung von Kunstpädagogin Sigrid Nikel-Brönner, ab dem 20. September an fünf Donnerstagen, jeweils von 10 Uhr bis 12.15 Uhr. Albert Sturtz, der das Projekt der Alzheimergesellschaft als Fachberater Demenz der Grafschafter Diakonie, dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Moers, begleitet, erklärt die Absicht: „Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen erfahren in einem geschützten Rahmen kulturelle Teilhabe und das Befinden der Kranken wird positiv beeinflusst.“ Interessenten melden sich an beim Neuen Evangelischen Forum Kirchenkreis Moers: 02841 100135.

Von den Erfahrungen können künftig Mitarbeiter anderer Museen, Pflegekräfte und Alltagsbegleiter für Menschen mit Demenz profitieren. Beim Fachtag „Auf alten Spuren zu neuen Wegen“ am 12. Dezember im Grafschafter Museum erfahren sie in Workshops von den gemachten Erfahrungen, erhalten praktische Anregungen und bekommen Methoden an die Hand, wie sie diese im Pflegealltag umsetzen können.

(RP)
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