Rheurdt: Preis für Einhörner im Rheurdter Zug

Rheurdt : Preis für Einhörner im Rheurdter Zug

Über 300 Teilnehmer begeisterten beim Rheurdter Nelkensamstagszug mit farbenprächtigen Kostümen. Den Preis für die beste Verkleidung durften in diesem Jahr die Rheurdter Jung-Reiter mit nach Hause nehmen.

König Karneval regierte am Samstag souverän sein jeckes Volk im Ökodorf Rheurdt. Pünktlich um 11.11 Uhr brauchte es nur wenige Klänge des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Rheurdt. Mit einem kräftigen "Rucki Zucki" setzte sich der Zug in Bewegung. 21 muskelbetriebene Wagen und 322 gemeldete Personen sorgten für Karnevalsstimmung pur. Lokale Themen dominierten und zeigten, was die Gemeinde im letzten Jahr beschäftigt hat.

"Das ist einfach der Hit", freute sich Barbara Mölders vom Orga-Team über die Beteiligung und Bandbreite an guten Ideen, die sich im Karneval darstellten. Der sonnenbeschienene Marktplatz, Start- und Zielort zugleich, bot ein buntes Bild. "Karneval und Schützenfest, das sind unsere höchsten Feiertage in der Gemeinschaft", hieß es am Rande des Platzes. Entsprechend gut gelaunt zeigten sich die Akteure. Die Vereinsgemeinschaft, die Jugendfeuerwehr und die Gemeinde Rheurdt als Veranstaltertrio konnten alle jecken Register ziehen.

Die "Golden Girls", Turnschwestern der Rheurdter Dienstagsgruppe, feierten ihr goldenes Vereinsjubiläum in entsprechendem Outfit. Sport macht gute Laune und hält fit. Immerhin liegt das Durchschnittsalter liegt bei 69,5 Jahren, wie die Golden Girls verrieten. "Wir fühlen uns einfach jung, fit und flott", so Gruppenleiterin Maria Cöhnen.

Dem Thema "saubere Umwelt" hatte sich ein Freundeskreis verschrieben und seinen Handwagen mit Mülltüten beladen. "Wir sind doch Ökodorf", sagt Bernd Jansen. Für das Motto "Für uns très chic, für die Umwelt nicht der Hit", hatten sie sich aus robusten Plastikeinkaufstüten ihr schickes Outfit inklusive modischer Raffinessen designert.

Anders die Rheurdter Pfadfinder, die mit ihrer ersten Teilnahme für ihr Dorf als märchenhaften und liebenswerten Ort warben. Rund 15 jugendliche Teilnehmer hatten sich von dem Motto inspirieren lassen und gaben auch einen Vorgeschmack auf ihr 25-jähriges Bestehen. Karneval in Rheurdt hat das gewisse Extra, davon ist Pfadfinderin Nele Thielemann überzeugt. "Jeder kennt jeden. Die familiäre Gemeinschaft stimmt", sagt sie.

Eine Truppe hatte schon die nächste Kommunalwahl im Blick: Warum hat Rheurdt immer nur einen Bürgermeisterkandidaten, so ihre Frage. "Wir stehen auch zur Verfügung", meint Uwe Niers.

In die Steinzeit indes fühlt sich die Schaephuysener Truppe zurückgebeamt. Sie macht seit zwei Jahrzehnten mit. Keine Grundschule mehr, beide Bankinstitute geschlossen. "Wir leben auf der Insel der Verschollenen. Alles zurück auf Null in Schopes", meint Sabine Osterfeld

An das Thema Glasfaserversorgung tippen die "Smileys", die auf Rauchzeichen statt auf Glasfaser setzen. Und falls gar nichts mehr geht, im Ökodorf gibt es sogar eine Stimmungsrakete, die von der Rheurdt Force One gezündet werden kann. Völlig anders die Welt der örtlichen DLRG, die als Super Mario neue Heldentaten verspricht.

Als Einhörner verkleidet mischte sich die Jugend vom Rheurdter Reitverein unter die Jecken. Alle Mühen wurden belohnt: Der Nachwuchspreis, erstmals vergeben, ging an die Gruppe Online. Den ersten Platz belegten die Einhörner vom Reitverein, der zweite Platz ging an die Gruppe Schlagermoves, der dritte an "Arche Noah."

(sabi)
Mehr von RP ONLINE