Moers Pop-Art in der Dorfkirche Repelen

Moers · Simona Wehlings Arbeit ist von Roy Lichtenstein inspiriert. Die Bilder sind noch bis zum 9. Juni zu sehen.

 Simona Wehling vor einem ihrer Bilder – schwarze Umrandungen bringen sie noch mehr zum Leuchten.

Simona Wehling vor einem ihrer Bilder – schwarze Umrandungen bringen sie noch mehr zum Leuchten.

Foto: Dieker

Blonde Frauen mit üppig rot bemalten Mündern, Beine in hochhackigen Schuhen, Gesichter von berühmten Schauspielern und Musikern, das alles sehr flächig, sehr bunt, nach Art früherer Comics mit dicken schwarzen Konturen versehen. Die Bilder der Neukirchen-Vluyner Wohnungsfachwirtin Simona Wehling erinnern in ihrem Stil an Roy Lichtenstein, und das nicht von Ungefähr, denn die Arbeiten des amerikanischen Pop-Art-Künstlers haben sie schon immer fasziniert und sind für sie bis heute eine unerschöpfliche künstlerische Inspirationsquelle. So darf man den Titel "Macht der Verführung", unter dem sie seit Freitag ihre Bilder in der evangelischen Dorfkirche in Moers-Repelen ausstellt, gleich doppelt verstehen, zum einen inhaltlich, wegen der mehr oder weniger verhaltenen Sinnlichkeit einiger ihrer dort gezeigten Motive, und zum anderen wegen der künstlerischen Verführung, die die Bilder von Roy Lichtenstein bei ihr bewirkt haben.

Was aber hat eine solchermaßen betitelte Ausstellung in einer Kirche zu suchen? Viel, wie Pfarrer Uwe-Jens Bratkus-Fünderich in seiner Laudatio zur Eröffnung am Freitag betonte: "Schon die biblische Geschichte beginnt mit einer Verführung, und noch immer werden Menschen auf vielfältige Weisen verführt. Die Bilder von Simona Wehling regen dazu an, diesen Aspekt mal genauer zu betrachten, und helfen dem Betrachter, Mensch zu sein. Darüber hinaus sind sie einfach wunderbar bunt und erfreuen das Auge."

Das tun sie in der Tat. Simona Wehling verwendet für ihre flächigen Darstellungen meist kräftige Farbtöne, die sie durch starke, schwarze Konturierungen zusätzlich zum Leuchten bringt. Die meisten ihrer Bilder, vor allem die von Frauengesichtern, beginnt sie in der Regel ohne vorherige Skizzen unmittelbar aus der Vorstellung mit einer Vorzeichnung der Flächenkonturen direkt auf der Leinwand. Bei ihren Künstlerporträts verwendet sie dagegen Fotos, allerdings nur als ungefähre Vorlage. Aufgrund der Konturenvorzeichnung erfolgt bei allen Bildern zunächst das Ausfüllen der Flächen mit Acryl- oder Ölfarbe, und zum Schluss werden die Konturen noch mal kräftig schwarz nachgemalt, um den für ihre Bilder typischen Comic-Effekt zu erzielen. "Malen bedeutet mir sehr viel", betonte Simona Wehling auf eine entsprechende Frage hin. Genau so wichtig sei ihr aber inzwischen auch ihre erst kürzlich neu entstandene Aufgabe als Kleindarstellerin in diversen Vorabendsendungen bei RTL und SAT1. "Beim Malen bin ich ja meistens alleine, die Schauspielerei ist genau das Gegenteil, also ein schöner Ausgleich dazu."

Die Ausstellungseröffnung am Freitag wurde musikalisch von dem jungen Repelener Vokalensemble "Voice Mail" unter der Leitung von Veronika Hamela untermalt.

(RP)