Pool-Billard-Club Kamp-Lintfort trainiert in frisch renovierten Räumen in Moers-Repelen

Vereinsleben in Moers : Kneipensport? Von wegen!

Der Pool-Billard-Club Joker hat seinen Vereinsraum in Repelen renoviert. Er heißt neue Spieler aller Alters- und Spielklassen willkommen.

Der Vereinsraum des Pool-Billard-Clubs Joker Kamp-Lintfort erstrahlt in neuem Glanz. Er liegt in der zweiten Etage des Sparkassengebäudes an der Lintforter Straße 101 in Repelen. Er besitzt nun einen neuen Teppichboden, die Wände sind frisch gestrichen, alle sechs Billardtische erhielten neues Tuch, inklusive der Banden, deren Gummis ausgetauscht wurden. Außerdem wurde die Küche erneuert. Durch die tatkräftige Unterstützung der Mitglieder konnten die Arbeiten in relativ kurzer Zeit abgeschlossen werden.

„Wir spielen mit unserer ersten Mannschaft in der zweiten Bundesliga Nord“, berichtet Vorsitzender Guido Gorisch. „Wir haben uns an strenge Regeln zu halten, die von der Deutschen Billard-Union vorgegeben werden. Die Billardtische dürfen nur mit einem bestimmten Tuch bezogen werden. Der Teppichboden hat besondere Brandschutzeigenschaften zu erfüllen. Er hat Industriequalität und kostet erheblich mehr als normaler Teppichboden.“

Der Club konnte seine Vereinsräume renovieren und seine Billardtische überholen, weil er unter anderem 3500 Euro von der Sparkasse-Duisburg-Stiftung und weiteren treuen Sponsoren erhielt, sowie viel Eigenleistung einbrachte. „Unsere Mitgliedsbeiträge sind gestaffelt“, erzählt Ehrenvorsitzender Peter Sentheim. „Sie liegen zwischen zehn und 30 Euro im Monat. Bei 40 Mitgliedern können wir davon die Miete bezahlen, die sehr günstig ist, aber keine größeren Investitionen. Zum Glück haben wir mehrere Sponsoren.“

Sentheim gründete 1982 den Pool-Billard-Club Joker Kamp-Lintfort mit, der zunächst in der Gaststätte Parkstübchen im Kamp-Lintforter Stadtteil Geisbruch einen eigenen Billardtisch besaß. In den 90er Jahren zog er in das Fitnesscenter Matchpoint um, das im einstigen Straßenbahndepot an der Moerser Straße schräg gegenüber von Wellings Parkhotel lag. Als dort 2011 der Besitzer wechselte, hatte der Club neue Vereinsräume zu suchen, die er über der Sparkasse und der Bücherei in Repelen fand, wobei er weiter Kamp-Lintfort im Namen führt.

„Darüber sind wir sehr froh“, berichtet Guido Gorisch. „Räume für einen Billard-Club zu finden, ist nicht einfach. Wenn ein Club Turniere austrägt, wie wir, ist ein großer Spielraum schön. Dann können Zuschauer die Spiele direkt verfolgen. Die Decken müssen hohe Gewichte aushalten. Ein Billardtisch wiegt über 400 Kilogramm. Unter dem Tuch liegt eine Schieferplatte, die auf Holz montiert ist. Dadurch ist die Tischplatte absolut eben.“ So kostet ein Billardtisch 5000 Euro.

„Seit den 90er Jahren hat sich Billard als Sport professionalisiert“, blickt der 49 Jahre alte Vorsitzende zurück, der seit 30 Jahren mit dem Queue am Tisch steht. „Viele verbinden Billard noch mit einem Sport in schummrigen Kneipen – mit Bier, Zigarettenqualm und heruntergezogenen Lampen. Heute herrscht beim Billard Alkoholverbot, Rauchverbot und das Licht kommt gleichmäßig aus LED-Leuchten in der Decke.“

Mit der Professionalisierung hat sich die Faszination für Billard nicht verändert. „Es geht nicht allein darum, eine Kugel einzulochen, sondern die weiße Kugel zu kontrollieren, sie richtig vorzulegen“, wird sie vom Vorsitzenden beschrieben. „Nur so kann ich die nächste Kugel einlochen. Die Physik spielt eine große Rolle, Rotation und Effet. Sie zu beherrschen, ist die Kunst. Dazu kommt die Taktik, die weiße Kugel ungünstig für den Gegner abzulegen, wenn ich keine weitere Kugel einlochen kann.“

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