Moers: Polleralarm: „Franken“ schlagen Kompromiss vor

Moers : Polleralarm: „Franken“ schlagen Kompromiss vor

Seit rund einem Monat erhitzen zwei Abtrennungspfosten auf der Frankenstraße im Ortsteil Utfort die Gemüter in der Nachbarschaft (die RP berichtete). Die einen wollen sie, den anderen sind sie ein Dorn im Auge. Jetzt sind die Pfosten aber erst einmal wieder weg, doch der Ärger bleibt.

Die "Franken" wollen die Demontage der Poller nicht hinnehmen. In einem Schreiben an die Fraktionen der Stadt Moers bezieht "Franke" Andreas Weber Stellung zur momentanen Situation. Weber kann nicht nachvollziehen, dass der Beschluss rückgängig gemacht worden ist, obwohl dieser dem Stadtoberhaupt in schriftlicher Form vorlag. "Hier liegt für mich ein rechtlicher Formfehler vor", schreibt Weber in seiner Stellungnahme.

Widerstandsgruppe

Zunächst hatten die Anwohner der Frankenstraße die Aufstellung der zwei Poller über einen Bürgeantrag im Bürgerausschuss erwirkt. Aus der Durchfahrtsstraße wurde eine beidseitige Sackgasse. Eine "Widerstandsgruppe" gegen die Poller formierte sich in der angrenzenden Siedlung im Boschfeld.

Am 26. Juni überreichten daraufhin Jörg Filges und Hansfried Münchberg, Anwohner der Siedlung, Bürgermeister Norbert Ballhaus 75 Unterschriften gegen die Pfostenaufstellung, woraufhin das Stadtoberhaupt in Absprache mit dem Technischen Beigeordneten Günter Wusthoff entschied, die "Pfosten des Anstoßes" aufgrund einer unklaren Beschlusslage wieder entfernen zu lassen.

Für Andreas Weber stellt sich jetzt besonders eine Frage: "Wieso kann der Beschluss, der einstimmig (!) von allen Fraktionen beschlossen und vom Bürgermeister schriftlich bestätigt wurde, überhaupt wieder rückgängig gemacht werden?"

Weber kann die Aufregung der angrenzenden Siedlung nicht verstehen, möchte jetzt aber mit den "Poller-Gegnern" gemeinsam eine Lösung suchen: "Wir sind gesprächsbereit. Bisher wurde aber davon seitens der Pfostengegener leider noch kein Gebrauch gemacht. Vielleicht ist es möglich, über einen Kompromiss nachzudenken." Wie ein solcher Kompromiss aussehen kann, weiß seine Frau Tanja: "Man könnte Bodenwellen errichten. Die würden uns schon reichen. Damit wäre die Straße wesentlich sicherer."

(RP)
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