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Moers: Polizei-Experte Rainer Wendt fordert Elektrowaffen

Moers : Polizei-Experte Rainer Wendt fordert Elektrowaffen

Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), und häufiger Talkshow-Gast im TV hat gestern in Moers seine Forderung nach Ausstattung der Polizei mit sogenannten Elektro-Tasern bekräftigt. Möglicherweise, so Wendt, wären mit einer derartigen Elektroschock-Pistole die tödlichen Schüsse auf einen Messerangreifer in Rheinhausen zu verhindern gewesen. Dort hatten Polizisten einen Amokläufer auf einer Polizeiwache getötet. Nach seiner Kenntnis der Sachlage seien die Schüsse unter den gegebenen Umständen gerechtfertigt gewesen.

Schüler des Grafschafter Gymnasiums hatten den gebürtigen Duisburger im Rahmen ihrer Reihe "GGM im Gespräch" in die Aula ihrer Schule eingeladen. Thema der Veranstaltung: "Polizei - Schutzmann oder Sündenbock?"

Wendt, der unter Journalisten wegen seiner oft kernigen Zuspitzungen beliebt ist, nahm sich zur Beantwortungen der Schülerfragen viel Zeit. Er wies darauf hin, dass im Zeitalter des Internets die Aufgaben der Polizei wesentlich komplexer geworden seien. So könne etwa bei der Internetkriminalität nicht mehr zwischen innerer und äußerer Sicherheit unterschieden werden: "Ich würde daher wie Innenminister Thomas de Maizière lieber von öffentlicher Sicherheit" sprechen. Er räumte ein, dass die Polizei in diesem Bereich noch nicht so professionell aufgestellt sei, wie dies wünschenswert wäre. Das haber unter anderem die Kommunikation nach dem letzten Silvestereinsatz in Köln gezeigt. Der Einsatz selbst sei hingegen ein Erfolg gewesen.

Pläne der Bundesregierung zu einer gesetzlichen Neuregelung des Umgangs mit sogenannter "Hate Speech" oder "Fake News" lehnte Wendt ab. "Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Viel wichtiger wäre es, uns vor Hacker-Angriffen zu schützen." Um auf die neuen Herausforderungen eingehen zu können sei aber auch eine Aufstockung der Sicherheitsbehörden nötig. "In Deutschland werden in diesem Jahr 15.000 Polizeibeamte eingestellt. Nötig wären aber 50.000."

Er appellierte an die Schüler , sich nach dem Abitur bei der Polizei zu bewerben: "Ich habe diesen Beruf vor 43 Jahren ergriffen", sagte Wendt. "Und ich würde es auch heute wieder tun."

(RP)