Moers Politische Stolpersteine

Moers · Während der Umbau des Marktplatzes in Repelen seinem Abschluss zustrebt, gehen die politischen Streitigkeiten munter weiter. Die Rheinkamper CDU hatte Mängel gerügt, jetzt tritt die SPD als Retter auf und lässt nachbessern.

Wenn am Dienstag der Behindertenbeirat tagt, steht wieder einmal das Thema Marktplatz Repelen auf der Tagesordnung. Seit Freigabe des Platzes haben sich bereits mehrere Unfälle ereignet, zum Teil haben sich die Betroffenen erheblich am Kopf verletzt. Grund sind die Kanten, mit denen die Parkplätze im Innenraum von den Fahrspuren abgetrennt sind, vor allem an Markttagen zu Stolperfallen werden. Das hat die Rheinkamper CDU bereits im Dezember moniert und Alarm geschlagen. Und jetzt, kurz vor Fertigstellung der Gesamtmaßnahme, beantragt die SPD, die Stolperfallen auf dem Repelener Marktplatz zu beseitigen. 25 000 Euro soll der Umbau des Umbaus kosten.

Eine Verschlechterung

Aber es geht noch weiter. Ende April tagte die Arbeitsgruppe Behindertenplan, die alle Baumaßnahmen der Stadt anhand der Checkliste für barrierefreies Bauen überprüft. Und dem Behindertenbeirat müssen dann gleich neue Baustellen kundgetan werden. Vor dem Abriss des Kiosks war dort eine Behindertentoilette barrierefrei zugänglich. Heute befindet sich eine solche Toilette hinter dem Verkaufsraum der Bäckerei Bolten, und die ist nur während der Öffnungszeiten zugänglich. Weitere öffentliche Toiletten wiederum befinden sich im ersten Obergeschoss und sind nur über eine Treppe zu erreichen – gegenüber der alten Situation eine Verschlechterung.

Zur Sprache soll dann auch der Höhenunterschied zwischen dem neuen Pflaster an der Lintforter Straße und der Bushaltestelle kommen. Zwischen Wartebereich und Busbucht verläuft der Radweg. Die Bauarbeiten sind in diesem Bereich noch nicht abgeschlossen. Der beträchtliche Höhenunterschied ist mit Asphalt provisorisch überbrückt worden. Für den Behindertenbeirat ist dies „eine akute Gefährdung für Fußgänger, insbesondere aber für Menschen im Rollstuhl und ältere Menschen mit Rollatoren.“ Die Bushaltestelle wird aber in Kürze aufgepflastert sein.

Claus Peter Küster, Vorsitzender der FBG-Fraktion, rettet sich in Sarkasmus: „Müssen wir alle nach Repelen ziehen? Von Repelen können wir alle lernen: Wenn man zusammensteht (jedoch nur mit der SPD), kann so einiges verändert werden, koste es, was es kosten muss. Auch nachträglich.“ Woher die 25 000 Euro kommen, will nicht nur er wissen. Bereits zugesagt sind Veränderungen für die Fußgängerquerung im Bereich zwischen Rewe und Plus. Darauf hatte Gabriele Hemkens, CDU-Ortsvereinsvorsitzende, von Anfang an gedrängt. Diese Kosten sind im Etat noch drin.

(RP)
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