Politiker vermissen „Grundsauberkeit“ in Moers

Müll am Niederrhein : Politiker vermissen „Grundsauberkeit“ in Moers

Zehn Jahre Initiative „Sauberes Moers“ – Lutz Hormes präsentierte im Enni-Verwaltungsrat eine gute Bilanz zu diesem Jubiläum. Registrierte die Enni 2009 noch 387 Tonnen wilden Müll und 334 Tonnen Papierkorbabfall, so waren es im vergangenen Jahr 292 beziehungsweise 225 Tonnen.

Doch Mitglieder des Verwaltungsrats gossen Wasser in den Wein, den der Enni-Vorstand ihnen da serviert hatte: Sicherlich habe die Enni viel gute Arbeit geleistet, um Moers sauberer zu machen. Aber das „subjektive Gefühl“ , dass die Stadt schmutzig sei, habe sich nicht geändert, sagte zum Beispiel Mark Rosendahl (SPD). Ähnlich sah es Ingo Brohl (CDU), der eine wissenschaftlich begleitete Erhebung darüber anregte, wie die Moerser über die Sauberkeit in ihrer Stadt urteilen.

Auch Gabriele Kaenders (Linke) vermisste eine „Grundsauberkeit“ in Moers, und Claus Peter Küster (Grafschafter) hätte in Hormes’ Bilanz gerne Angaben dazu gesehen, wie viele „Müllsünder“ erwischt und mit Bußgeldern bestraft werden. Küsters vermutete, dass es so wenige sind, dass sich Zeitgenossen ermuntert fühlen könnten, Müll ebenfalls wild zu entsorgen, wo doch die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden so gering sei. Vor diesem Hintergrund empfahl Dino Maas (FDP), Kontrolleure sollten sich auch mal nachts an den beliebten Ablagestellen für Müll auf die Lauer legen. Neben mehr Kontrolle mahnte Maas höhere Bußgelder an: „Das muss empfindlich teuer werden, nur so kriegen wir die Stadt sauber.“

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung ging es um wichtige Personalentscheidungen: Der Verwaltungsrat beschloss, wie erwartet, dass Stefan Krämer ab 1. Juli Nachfolger von Hans-Gerd Rötters als Vorstandsvorsitzender der Enni-Unternehmensgruppe sein soll. Als dritten Vorstand neben Krämer und Lutz Hormes wählte der Verwaltungsrat Kai Gerhard Steinbrich, den technischen Bereichsleiter der Enni Energie & Umwelt.

Bei der Enni-Eventhalle folgte der Verwaltungsrat dem Beschluss des Stadtrates, rund 1,4 Millionen Euro in die deren Sanierung zu investieren.