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Moers: Politiker schweren Herzens für Containerwohnheim

Moers : Politiker schweren Herzens für Containerwohnheim

SPD, Grüne und Grafschafter unterstützen den Vorschlag der Stadt, ein Container-Wohnheim für 80 Flüchtlinge an der Filder Straße 290 zu errichten. "Um den ankommenden Flüchtlingen eine Unterkunft zu bieten, werden sich die drei Parteien schweren Herzens auf den vorgeschlagenen Bau eines Containers an der Filder Straße einlassen", teilten die Parteien gestern mit. Nach wie vor halte man aber die Unterbringung in massiv gebauten Häusern für besser. "Solche Gebäude könnten anschließend gut weiterhin als Sozialwohnungen genutzt werden, wie die Erfahrungen der 90er Jahre zeigten." Die Vorsitzenden Harald Hüskes (SPD) und Hans Hanke (Grüne) und Claus-Peter Küster (Grafschafter) appellieren an die Verwaltung, nach Alternativen zu suchen. Ebenso rufen sie Wohnungseigentümer und Wohnbaugenossenschaften auf, der Stadt Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Schon im vergangenen Jahr war der Bau von Containerwohnheimen in den Ratsgremien diskutiert worden. Den Standort Filder Straße, wo bereits bis 2007 Flüchtlinge lebten, lehnte die Politik ab, weil er zu weit weg vom Zentrum liege. Beschlossen wurde der Bau kleinerer Containerwohnheime an der Rathausallee und der Franz-Haniel-Straße. Wie berichtet, reichen diese aber nicht aus. Allein in diesem Jahr fehlen der Stadt mehr als 100 Plätze für Asylbewerber. Im Jahr 2016 wird der Bedarf voraussichtlich weiter steigen.

Das Containerwohnheim an der Filder Straße soll zwei Millionen Euro kosten. Wie die Stadt mitteilte, muss sie die Investition komplett alleine tragen. Das Land beteilige sich lediglich an den laufenden Kosten. Im Jahr 2014 musste die Stadt rund drei Millionen Euro aufbringen.

Über den Bau des neuen Containerwohnheims werden Hauptausschuss und Rat am 13. beziehungsweise 20. Mai entscheiden. Im Sozialausschuss hatte die CDU-Fraktion Beratungsbedarf angemeldet.

(pogo)