Politik spricht über wildes Grillen im Moerser Park

Moers : Moerser protestieren: Stadt muss Grillen im Park besser kontrollieren

Das Quartierforum Innenstadt will die Politik in die Pflicht nehmen und hat die Vertreter der Fraktionen im Stadtrat zu einem Gespräch eingeladen.

Eine (kleine) Großstadt, ein Park, Sommer, Sonne - wildes Grillen: Es ist der ewig gleiche Automatismus, der in Moers in schöner Regelmäßigkeit zum Politikum wird. Die CDU hat vor Wochen einen neuen Vorstoß gewagt und das Thema aufs Tableau gebracht. Öffentliches Würstchenbrutzeln soll im Stadtpark demnach künftig nur noch auf ausgewiesenen Flächen und gegen eine Nutzungsgebühr über Ticketautomaten möglich sein. Auch das Quartierforum Innenstadt - eine Gruppe von Innenstädtern, die sich 2014 zusammengetan haben, um mit Bürgern, Politik, Verwaltung, Vereinen und Einzelhandel Ideen für den Wohn- und Lebensraumentwickeln „City“ zu entwickeln - will die Politik diesbezüglich jetzt in die Pflicht nehmen und hat die Vertreter der Fraktionen im Stadtrat zu einem Gespräch eingeladen.

„Das Thema wird bereits seit elf Jahren im Rat und in den Fachausschüssen diskutiert, ohne dass es eine Lösung hierzu gibt. Wir fordern Sie dazu auf, den Willen und den Konsens zu einer Problemlösung aufzubringen“, schreibt Klaus‐Dieter Vinschen vom Quartierforum in einem Brief an die Ratsmitglieder. Grundsätzlich, sagt Vinschen, begrüße das Forum die Möglichkeit, im Freizeitpark zu grillen. Trotzdem, betont er, müssten auch die negativen Begleiterscheinungen angesprochen werden. Dadurch, dass das Grillen im Stadtpark in keiner Weise gesteuert oder kontrolliert wird, entstehe der Eindruck, dass die Stadt Verschmutzung, wildes Parken und teils rücksichtsloses Verhalten duldet. Ein Laufenlassen führe aber nicht nur zu Unmut und Ärger, sondern letztlich auch zu Politikverdrossenheit. Auch über Lösungsansätze hat sich das Quartierforum Gedanken gemacht. „Klar ist: Lösungen wird es nicht zum Null‐Tarif geben“, sagt Vinschen. „Die Politik muss willens und bereit sein, in die öffentliche Ordnung zu investieren und Mittel und Personal bereitstellen, um das Problem tragfähig und dauerhaft zu lösen.“

Die Fraktion der Grafschafter nimmt am Gespräch mit dem Quartierforum am Dienstag nicht teil. „Da es zur Zeit keine neuen Erkenntnisse, keine neuen Fakten und keine neue Argumente gibt, und die Verwaltung für September einen Vorschlag zum Thema angekündigt hat, haben wir unsere Teilnahme abgesagt“, sagt Fraktionschef Claus Peter Küster.

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