Platznot - Moerser Tafel braucht neue Räume

Moers : Zu wenig Platz - Moerser Tafel braucht neue Räume

Die Räume der Lebensmittelausgabe an der Klever Straße sind zu klein. Die Verwaltung soll bei der Suche nach einem neuen Standort behilflich sein.

Zahl der Hilfsbedürftigen, die sich jeden Tag an der Ausgabestelle der Moerser Tafel an der Klever Straße für Lebensmittel anstellen, hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Darauf hat das Bündnis für Moers (SPD, Grüne, Grafschafter) vor kurzem mit einer Anfrage im Sozialausschuss hingewiesen und die Verwaltung aufgefordert, die Ehrenamtler bei der Suche nach dringend benötigten neuen Räumen zu unterstützen. Die, sagt Atilla Cikoglu (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, reichten mittlerweile nämlich vorne und hinten nicht mehr aus, um die wachsende Nachfrage zu bewältigen. „Die Menschen stehen bei Wind und Wetter ungeschützt Schlange und warten bis zu zwei Stunden, deshalb muss kurzfristig eine Lösung her.“ Der Bestand der Tafel, sagt das Bündnis, sei ansonsten gefährdet.

Tatsache ist: Menschen, die sich ab dem 20. eines Monats ausschließlich von Nudeln, Toastbrot oder Tütensuppen ernähren, weil das Geld für frische, ausgewogene Lebensmittel fehlt, gibt es in jeder Stadt, auch in Moers. Überall in der Republik expandieren die Tafeln, vor allem seit Einführung von Hartz IV. Aktuell gibt es mehr als 940 mit mehr als 2000 Tafel-Läden und Ausgabestellen bundesweit. Circa 60.000 ehrenamtliche Helfer mit mehr als 2.300 Fahrzeugen sind dort regelmäßig im Einsatz - für bis zu 1,5 Millionen bedürftige Personen. Davon, sagt der Dachverband, sind etwa 30 Prozent Kinder und Jugendliche.

Die Moerser Tafel gibt seit 2004 an der Klever Straße Lebensmittel an Bedürftige aus. Eines der drängendsten Probleme, sagt Leiter Horst Günter Schürings, sei eine fehlende Überdachung für die wartenden Kunden. Gesucht, sagt Cikoglu, werde deshalb nach einem neuen Standort im Innenstadtbereich, der die Möglichkeit bietet, einen geschützten Wartebereich einzurichten. „Außerdem sollte der Standort mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein, Platz für die An- und Abfahrt der Lkw und eine Küche mit Raum für Kühl- und Tiefkühlschränke haben.“

„Ideal wäre zum Beispiel eine leerstehende Gaststätte“, sagt Grünen-Vizefraktionschefin Gudrun Tersteegen. Hartmut Hohmann (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt, hat noch eine andere Idee: „Da gibt es doch dieses große Einzelhandelsunternehmen mit den fünf Buchstaben, das gerade in Utfort seine neue Firmenzentrale Rhein-Ruhr baut. Vielleicht haben die noch ein geeignetes Ladenlokal, das leer steht und zur Verfügung gestellt werden kann.“

Mehr von RP ONLINE