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Moers: Pferdebesitzer nach Festnahme erleichtert

Moers : Pferdebesitzer nach Festnahme erleichtert

Nach fünf Fällen von grausamer Tierquälerei scheint der Täter gefunden zu sein, die Polizei bestätigt eine Festnahme. Bernd und Ute Hinkelmanns, denen das Pony gehört, das vergangene Woche verletzt wurde, sind jetzt beruhigt.

Bernd und Ute Hinkelmanns fällt am Samstag ein tonnenschwerer Stein vom Herzen, als sie die Nachricht erhalten: Die Polizei hat einen Mann vorläufig festgenommen, der nicht nur ihr Pony Amy schwer verletzt, sondern auch ein Pony und ein Schaf in Krefeld geköpft und zwei Pferde in Krefeld verletzt haben soll. "Als wenn eine schwere Last von einem abfällt", sagt Ute Hinkelmanns gestern. Auch Dieter Huppers, Nachbar der Hinkelmanns, ist wieder ruhiger. "Die Erleichterung ist riesig, endlich konnten wir wieder einmal gut schlafen." Huppers besitzt eine Vielzahl von Shetland-Ponys und hatte zwischenzeitlich schon überlegt, die Tiere auf anderen Wiesen in Sicherheit zu bringen.

Echte Gewissheit, dass die Tiere in Moers und Krefeld nun wieder sicher sind, gibt es jedoch noch nicht. Denn auch für den gefassten Mann gelte die Unschuldsvermutung, betont Krefelds Polizeisprecher Wolfgang Weidner. Die Polizei kläre nun über Spurensicherung und Beweisaufnahme, ob es sich bei dem Mann um den Täter handelt. Der Verdächtige wurde dem Haftrichter vorgeführt, der ordnete Untersuchungshaft an. Kommenden Woche will die Polizei weitere Details mitteilen. Krefelds Staatsanwalt Axel Stahl hat in Absprache mit der Polizei festgelegt, dass mehr als die Angabe, dass ein Tatverdächtiger gefasst ist, derzeit nicht veröffentlicht wird. Weitere Einzelheiten könne die Polizei Krefeld in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Krefeld aus ermittlungstaktischen Gründen zurzeit nicht mitteilen.

Der Bevölkerung soll mit der kurzen Mitteilung, dass ein Verdächtiger festgenommen wurde, auch das Zeichen gegeben werden, dass die Polizei der Verfolgung des Täters große Aufmerksamkeit schenkt. So ist auch die Ermittlungskommission "Weide" gegründet worden. Bei Ute Hinkelmanns und ihrem Mann Bernd, die in Kapellen den Gnadenhof für alte und kranke Tiere betreiben, auf dem auch Pony Amy lebt, ist dieses Zeichen angekommen: "Es ist sehr beruhigend, wenn man weiß, dass sich die Polizei so schnell und gut kümmert."

Fünf Fälle werden dem Täter, der sich auf Bekennerbriefen RP-Infos zufolge als "Euer Tierquäler" ausgegeben hatte, zur Last gelegt. Auf dem Kinderbauernhof "Mallewupp" in Krefeld soll er Schafbock Piet den Kopf abgetrennt haben. Danach verletzte er zwei Pferde mit Messerstichen in Krefeld-Traar, köpfte ein Shetlandpony nahe der Moerser Stadtgrenze und verletzte am Donnerstag schließlich Pony Amy in Kapellen. Anwohner in Moers und Krefeld waren seit den Vorfällen in Alarmbereitschaft, viele wollten nachts Streife fahren, über Nachtwachen in Ställen wurde gesprochen. Psychologen warnen, dass der Tierquäler sich in einem Stadium der Eskalation auch an Menschen vergreifen könne. Auch eine Angst von Hinkelmanns: "Keiner weiß, wie einer, der zu so was fähig ist, dann reagiert." Dieter Huppers hatte schon darüber nachgedacht, sich nachts auf die Lauer zu legen und den Täter zu beobachten.

Wer den entscheidenden Hinweis gab, sagt die Polizei nicht. Sicher ist, dass der Tatverdächtige nicht beim Hinterlassen eines Bekennerbriefes aufgespürt wurde.

(RP)