Pfarrerin Martje Mechels zum Volkstrauertag in Moers: Frieden ist kostbar

Volkstrauertag : Frieden ist kostbar

Am Volkstrauertag gedenken die Menschen der Opfer von Kriegen und Gewalt. So auch in Asberg, wo das Friedensmahnmal eröffnet wird.

Beim Volkstrauertag 2018 am Kriegerdenkmal Asberg notierten einige der Anwesenden ihre Gedanken zum Thema Frieden: „Krieg ist furchtbar und bringt unendliches Leid.“ Daneben steht, offenbar von einem Kind geschrieben: „Ich bin froh, dass der Krieg vorbei ist. Und ich hoffe, es passiert nie wieder.“ Und in alter deutscher Schrift ist zu lesen: „Frieden ist kostbar.“

Seit dem Kriegsende sind über siebzig Jahre vergangen. Es gibt immer weniger Menschen, die den Zweiten Weltkrieg selbst miterlebt haben und davon erzählen können. Frieden scheint in unserem Land inzwischen „normal“ zu sein.

Pfarrerin Martje Mechels, Gemeindedienst für Mission und Ökumene Region Niederrhein. Foto: Kirchenkreis Moers

Doch wenn ich einen Blick nach Syrien, Afghanistan, in den Jemen oder nach Nigeria werfe, wird mir deutlich, dass Frieden alles andere als selbstverständlich ist. Und die Waffenlager der Welt lassen erahnen, wie zerbrechlich der Frieden ist: Forscher nehmen an, dass es etwa 13.865 Atomwaffen auf der Welt gibt. Dabei würden laut einer Studie wohl schon um die hundert Atomwaffen ausreichen, um eine globale Verwüstung zu verursachen. US-Präsident Donald Trump fragt: „Wenn wir Atomwaffen haben, warum setzen wir sie nicht ein?“ (FAZ 3.8.16)

Die Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat vor wenigen Tagen gefordert, die Prioritäten für die Haushaltsmittel des Bundesetats neu zu setzen und zwei Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts für zivile Friedenssicherung zu verwenden. Es soll den Bereichen Entwicklungspolitik, Krisenprävention, Konfliktbewältigung und ziviler Aufbauarbeit zugutekommen. In der Abschlusskundgebung heißt es: „Wir rufen die politisch Verantwortlichen dazu auf, militärische Gewalt und kriegerische Mittel zu überwinden.“

Wenn wir am Sonntag, am Volkstrauertag, das Friedensmahnmal in Moers-Asberg eröffnen, dann setzen wir ein Zeichen für den Frieden. Es werden wieder Menschen aller Generationen dabei sein und mitwirken. Denn wir wissen: Frieden ist kostbar. Frieden ist zerbrechlich. Und Frieden ist nie „fertig“, sondern ist eine bleibende Aufgabe. Und es ist wichtig, dass wir alle uns dafür einsetzen.

Mehr von RP ONLINE