Kamp-Lintfort: Peter Hahnen will Profil des Zentrums schärfen

Kamp-Lintfort : Peter Hahnen will Profil des Zentrums schärfen

Dr. Peter Hahnen leitet seit Montag als Geschäftsführer die Geschicke des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp.

Peter Hahnens Antwort folgt prompt: "Letzte Reihe Kirchenschiff", erklärt er auf die Frage nach seinem liebsten Platz im Zentrum Kloster Kamp. Entdeckt hat er diesen Ort, als er im Herbst mehrere Male auf dem Kamper Berg zu Besuch war, um seine neue Wirkungsstätte kennenzulernen. Seit Montag ist der 49-jährige Geschäftsführer des Vereins Geistliches und Kulturelles Zentrum, gestern wurde er offiziell eingeführt. Noch sei es zu früh, über Konzepte zu sprechen, erklärte Hahnen im Gespräch mit dem Grafschafter. "Ich bin gerade dabei, die Menschen kennenzulernen, denen dieser Ort so viel bedeutet."

Kloster Kamp — dieser Name habe bei ihm sofort ein positives Gefühl ausgelöst, erzählt er, als er die Stellenausschreibung gelesen habe. "Mein Vater kam sehr gerne an diesen Ort, besuchte Abteikirche und Terrassengarten. Und wenn er anschließend nach Hause kam, ging es ihm immer sehr gut", erzählt der Theologe und Kulturmanager. Zwei Pole im Leben des gebürtigen Dinslakeners, die ihm jetzt als Geschäftsführer des Zentrums Klosters Kamp zugutekommen wird. In den vergangenen zwölf Jahren war Hahnen Referent für Ministrantenpastoral und musisch-kulturelle Bildung bei der Deutschen Bischofskonferenz. Er wirkte dort bei Ausstellungen, CD-Produktionen und Großveranstaltungen wie den Ökumenischen Kirchentag und Weltjugendtag mit. Was ihn an der neuen Aufgabe gereizt hat? "Ich kann mit den Menschen zusammenarbeiten, Dinge ausprobieren und anbahnen."

Der Kamper Berg habe Ausstrahlung, einen Spirit, erzählt er später bei seiner Vorstellung. "Es ist ein herausgehobener Ort, der auf ein starkes bürgerschaftliches Engagement setzen kann", sagte Hahnen und lobte den Verein, der sich vor mehr als zehn Jahren gegründet hatte, damit das Kloster für die Menschen weiterhin zugänglich und das geistliche Leben erhalten bleibt. "Man hätte ja auch ein Hotel eröffnen können." Pastor Karl Josef Rieger betonte, dass man sich die Suche nach einem neuen Geschäftsführer nicht leicht gemacht habe.

Mehr als 50 Bewerbungen aus dem In- und Ausland seien auf die Ausschreibung hin am Abteiplatz 13 angekommen. Nach den Jahren des Aufbaus des Zentrums mit bis zu 20 000 Besuchern im Jahr sei es jetzt daran, das Profil des Hauses zu schärfen. "Das alte Kloster geht neue Wege." Auch Dr. Christoph Müllmann, Erster Beigeordneter und Gründungsmitglied des Vereins, betonte die Erfolgsgeschichte, die das Zentrum genommen habe. "Wir haben eine gute Wahl getroffen." Von Pastor Rieger, der den Lebenslauf des neuen Mannes vorstellte, erfuhren die Gäste im Rokokosaal, dass Hahnen erst eine Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger gemacht hatte und sich dann zum Studium der Theologie entschloss. Seine Diplom-Arbeit schrieb er über die Jesus-Figur in der Rock-Oper "Jesus Christ Superstar", die Doktorarbeit über das Thema Musik und Spiritualität. An der Universität engagierte er sich auch als Dramaturgie- und Regieassistent. Nebenberuflich ist der zweifache Vater als Autor und Herausgeber von Büchern tätig. Auch ein Hörbuch mit Ministranten-Geschichten hat er gesprochen. Hahnen mag die Oper, klassische Musik und die Weltstadt London.

(RP/rl)