Moers Peschkenhaus zeigt das Werk von Otto Pankok

Moers · Die Ausstellung zum 120. Geburtstag des bedeutenden Künstlers ist ein Bekenntnis zum Glauben an das Leben. Eröffnung ist heute.

 Monika Jaklic vom Kunstverein hatte bei der Auswahl der Pankok-Arbeiten die Qual der Wahl. Die Ausstellung wird morgen eröffnet.

Monika Jaklic vom Kunstverein hatte bei der Auswahl der Pankok-Arbeiten die Qual der Wahl. Die Ausstellung wird morgen eröffnet.

Foto: Klaus Dieker

Das Lebenswerk Otto Pankoks ist schier überwältigend: 6000 Kohlezeichnungen, 2000 Radierungen und Holzschnitte sowie mehr als 200 Skulpturen erzählen die Geschichte eines Künstlerlebens. Der Kunstverein Peschkenhaus in Moers wagt erst gar nicht die Vollständigkeit. Die Ausstellung, die heute, 4. Mai, 18.30 Uhr, im Beisein von Pankoks Tochter Eva eröffnet wird, zeigt in Zusammenarbeit mit dem Otto-Pankok-Museum einen kleinen Einblick in das Schaffen des Malers, Grafikers und Bildhauers. Das Peschkenhaus zeigt eine Werkschau mit insgesamt 90 Arbeiten, die einen Bogen spannt von Otto Pankoks frühen Jahren bis zur Zeit im Haus Esselt, in dem er bis zu seinem Tod 1966 lebte und arbeitete. Bei der Auswahl der Arbeiten wurde Wert darauf gelegt, sowohl die unterschiedlichen Techniken als auch die Leitmotive des Künstlers, dem die Nationalsozialisten Berufsverbot erteilten, in den Räumlichkeiten ausgewogen zu präsentieren.

Mensch, Natur und Tier, das waren die drei Leitthemen des Künstlers. Und dem wird die Ausstellung vor allem im Raum unten rechts gerecht: Neben einem Selbstbildnis sind großformatige Kohlezeichnungen zu sehen, deren Schwung an die Expressionisten erinnert. Sie zeigen arbeitende Menschen, Kühe auf der Weide, das ausdrucksstarke Gesicht eines Fischerjungen. Die Bilder wirken auf den ersten Blick zuweilen düster. Tatsächlich strotzen sie vor Lebendigkeit. "Ich war fasziniert, wie Pankok die Szenen darstellt", erzählt Monika Jaklic vom Kunstverein Peschkenhaus. In vielen seiner Arbeiten arbeitet Pankok die Begegnung mit Menschen auf. Dazu gehört Hilda, das trotzige Zigeunermädchen, das Pankok als Radierung und in Bronze verewigte. Oder Konstantin, der arme Mann, als Holzschnitt. "Pankok schwebte keine schöne Malerei vor, sondern die Darstellung der Unbegreiflichkeit der Welt und des Lebens", heißt es auf der Einladungskarte zur Eröffnung der Ausstellung. Gleichzeitig spiegelt das Werk ein Leben wider, das über viele Jahre geprägt war von Krieg, Verfolgung und Zerstörung.

Davon berichten die Holzschnitte, die auf dem Dachboden des Moerser Peschkenhauses ausgestellt sind: Ob die Porträts der "Wahlverwandten" wie Adalbert Stifter und Ernst Barlach oder die Gesichter des einäugigen Zigeuners, der alten Näherin oder des Heimatlosen – sie alle sind ausdrucksstark, zuweilen vom Leben zerfurcht. Gleichzeitig erzählen sie viel über die humanitäre Haltung des Künstlers. Zu seinem 120. Geburtstag gibt es in diesem Jahr 25 Ausstellungen an unterschiedlichen Orten. Höhepunkt ist sicherlich die Präsentation in der Paulskirche in Frankfurt.

www.pankok.de

(RP)