Penguin’s Days in Moers oder die ansteckende Kraft einer bunten Idee

Kinder- und Jugendtheater in Moers : Penguin’s Days oder die ansteckende Kraft einer bunten Idee

Der Maler Philipp Zinnober (Philipp Michael Börner) liebt die Farben, wie seine Freundin Melanie (Melanie Sowa). Die Nuancen der Farbe Blau werfen sie sich in Dialogen zu, als Azur-, Ozean-, Königs-, Lavendel- oder Pflaumenblau.

Nur so können sie in einer Stadt überleben, in der das ungeschriebene Gesetz gilt, keine Farbe zu verwenden, sondern alle Gebäude und Dinge in Grau abzustufen, von steingrau bis hellgrau. Doch die beiden Kinder Jonas (Philipp Michael Börner in Doppelrolle) und Paula (Melanie Sowa in Doppelrolle) halten sich nicht an dieses Gesetz. Sie malen einen grünen Drachen mit rotem Reiter und gelben Sternen auf einen grauen Platz, während Maler Zinnober eine Fassade streicht. Als ihm ein Eimer mit schwarzer Farbe herunterfällt, zerstört er dieses bunte Kunstwerk. Er bekommt Albträume. So fährt er nachts in die Stadt, um einen Platz knallbunt zu bemalen. Die Kinder entdecken ihre Motive wieder, suchen und finden Maler Zinnober, der wie sie zu den Buntmalern zählt.

Im Theaterstück „Zinnober in der grauen Stadt“ dreht sich alles um die knalligen Farben. Es ist das Stück der Penguin`s Days, das das diesjährige Motto des Kinder- und Jugendtheaterfestivals „Farbe bekennen“ wie kein anderes aufgreift. Dabei steht Farbe nicht nur für Rot, Blau oder Gelb, sondern für eine bunte Idee und einer ansteckenden Kraft, die ein ungeschriebenes Gesetz und damit die Welt verändert. Sie steht für vielfältige Gefühle und unterschiedliche Menschen, besonders für die Kinder. Sie bildeten gestern zweimal die Besucher des Theaterstücks in der Aula der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, die nahe der Kreuzung von Römerstraße und Homberger Straße 200 Personen fasst.

Um 9 und 11 Uhr schauten sich alle Grundschüler der Dorsterfeldschule „Zinnober“ an, außerdem Kinder des städtischen Kindergartens Eichenstraße. Heute kommen um 9 und 11 Uhr Grundschüler der Eichendorffschule an der Hattropstraße und Kinder des Kindergartens Rasselbande, der an der Ecke von Asberger Straße und Lockertstraße in Asberg liegt. Die jungen Besucher zeigten sich gestern vom einstündigen Stück begeistert, das auf das Buch „Zinnober in der grauen Stadt“ von Margret Rettich zurückgeht, das 1976 erschien, und von der Berliner Theatergruppe United Puppets gespielt wird. Immer wieder gingen sie mit, besonders wenn die Protagonisten bunte Figuren auf Leinwände malten, oft unterstützt mit digitaler Lichttechnik. Ohne diese Technik wäre das gelungene Stück nur halb so bunt – und nur halb so schön.

Das Junge STM zeigt am heutigen Freitag um 19.30 Uhr zum zweiten Mal im Studio, Kastell 6, das Stück Gemeinschaftskunde. Darin ist der Protagonist auf der Suche, ob er mehr Frau oder mehr Mann ist. Für Menschen ab 14 Jahren. Am Sonntag, 18 Uhr, ist im Moerser Schloss, Kastell 9, die Koproduktion „Körperatlas – Expedition in die Eingeweide“ zu sehen. Für Menschen ab zehn Jahren.

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