Moers: Penguin's Days: Der Froschkönig erfährt die Liebe im Alter

Moers : Penguin's Days: Der Froschkönig erfährt die Liebe im Alter

Das Märchen vom verwandelten Prinzen kennt jeder. Zwei Berliner Diplom-Puppenspieler inszenierten das Stück neu - mit viel Humor.

MOERS Der ehemals schöne Prinz ist verzweifelt: "Ich habe diese feuerroten Augen, das Breitmaul und diese riesigen Patschepranken! So hat mich niemand lieb." Die Kinder in der ersten Reihe des Schlosstheaters schauen mit großen Augen auf die überdimensionale Handpuppe, die an Kermit erinnert. "Ist das jetzt doch ein echter Frosch?", hallt eine Kinderstimme durch den Zuschauerraum. "Nein, eine Puppe! Aber vorher war er ein Prinz", ruft ein Junge im Kindergartenalter.

Ganz richtig: Die Diplom-Puppenspieler Dorothee Carls und Michael Hatzius vom Theater Urknall in Berlin haben aus dem bekannten Märchen "Der Froschkönig" eine humorvolle Erweiterung unter dem Titel "Der Froschkönig oder der Eiserne Heinrich" konzipiert. In ihrem Stück bekommt der Prinz seine mehr oder minder gerechte Strafe, weil er einer alten, kahlköpfigen Dame immer wieder mit einem Ast auf den Kopf schlägt - die Alte will ihm schließlich ihren Gehstock nicht überlassen. Als er diesen aus Wut schließlich zerhäckselt, ist nichts mehr wie zuvor: Das Gewaltopfer, offensichtlich eine Hexe, verwandelt ihn in einen hässlichen Frosch. Seine Entschuldigung nimmt die Magierin dankend an, doch - es tue ihr Leid - den Zauber rückgängig machen könne sie nicht. Eine Rückverwandlung sei nur durch die Zuneigung einer echten Prinzessin möglich.

Viele Jahre im Brunnen, ein lebensgefährlicher Angriff eines Storchs und eine angewiderte Prinzessin, die ihn widerwillig aufnimmt, später, ist der Froschkönig alt geworden und sehnt sich nach dem Tode. Bis sein Diener Heinrich (Michael Hatzius) die neue Pflegerin Marina zu ihm bringt. Ihr erzählt der verwandelte Prinz seine Geschichte erneut - und schließlich vermischen sich Gegenwart und Vergangenheit, es gibt einen lauten Knall - und alles endet mit dem erlösenden Kuss.

War das Stück lustig? Marlene Greykowski (5), die es 45 Minuten in der ersten Reihe verfolgt hat, schüttelt den Kopf. "Aber es war spannend", erklärt sie schüchtern und ihre Großeltern Gerhard und Christa Stadtfeld (67) lächeln. Die Kamp-Lintforter sehen das anders, sie haben mehrmals laut lachen müssen. Einige Meter weiter geben die Puppenspieler Carls und Hatzius Geschichten von den Proben zum Besten. Alle Umstehenden lachen, allen voran Carls Tochter Mila (6), die ihre Mutter auf deren Reise begleitet.

(jma)
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