Moers: Pendlerhauptstadt Moers

Moers: Pendlerhauptstadt Moers

Moers war und ist NRW-weit die Großstadt mit der höchsten Auspendlerquote. Das sagt das Statistische Landesamt. Auch bei den Einpendlern ist die Grafenstadt Spitze. Nur nach Neuss kamen 2016 mehr Erwerbstätige.

Zahlen lügen nicht, und sie besagen: Moers bleibt eine Pendelgroßstadt. Die neuen Daten des Statistischen Landesamtes IT NRW bestätigen einerseits den Trend, dass viele Menschen aus Moers in umliegende Städte zur Arbeit fahren. Konkret lag die Auspendlerquote im Jahr 2016 bei 61,1 Prozent. Im Vergleich zu 2015 sind das zwar 0,4 Prozent weniger. Für Rang eins auf dem Auspendler-Treppchen vor Bergisch Gladbach reicht es im landesweiten Vergleich aber immer noch. Die Quote stellt den Anteil der Auspendler an den Erwerbstätigen am Wohnort dar.

Spitzenreiter unter den Großstädten in Nordrhein-Westfalen war Moers im Jahr 2015 mit einer Quote von 59,7 Prozent erstmals auch bei den Einpendlern. Die Einpendlerquote stellt den Anteil der Einpendler an den Erwerbstätigen am Arbeitsort dar. 2016 ist die Quote in Moers auf 59,4 Prozent gesunken. Höher war die Zahl der Einpendler nrw-weit trotzdem nur in Neuss. Dort lag die Einpendlerquote 2016 bei 60,4 Prozent. Die Statistiker haben für Moers eine Einwohnerzahl von 103.690 zugrundegelegt - basierend auf Erhebungen bis zum 30. Juni 2016. Demnach pendelten im Jahr 2016 27.894 Menschen nach Moers ein und 29.874 Menschen aus Moers heraus. Die Zahl der Moerser, die innerhalb der Gemeinde pendeln, lag bei 19.042.

Beim Blick in die Grafschaft fällt auf: Die meisten Einpendler nach Rheurdt kamen 2016 aus Kamp-Lintfort, nämlich 89; die meisten Auspendler fuhren vom "Ökodorf am Niederrhein" nach Duisburg (389). In Kamp-Lintfort kamen die meisten Ein- und Auspendler aus Moers (1403 beziehungsweise 2812). Dasselbe gilt für Neukirchen-Vluyn. Die Zahl der Einpendler aus Moers lag dort 2016 bei 1470, die der Auspendler bei 2474. Die meisten Ein- und Auspendler nach beziehungsweise aus Moers kamen aus Duisburg (6687 bzw. 9227).

Bürgermeister Christoph Fleischhauer sieht die Entwicklung grundsätzlich positiv. "Moers muss ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Stadt offenbar die Auspendlerkommune schlechthin ist", sagt er. Die Bezeichnung "Wohnstadt" sei - in Abgrenzung zur "Schlafstadt" - in diesem Zusammenhang ein Prädikat. Dass Moers in den vergangenen Jahren auch als Einpendlerkommune an Bedeutung gewonnen hat, könne ebenfalls kein schlechtes Zeichen sein.

Wie IT NRW als amtliche Statistikstelle des Landes weiter mitteilt, pendelten im Jahr 2016 4,65 Millionen der 9,05 Millionen Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen arbeitstäglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit - nach Köln 328.938, nach Düsseldorf 302.081 und nach Essen 151.678 Menschen. Zusammen macht das täglich mehr als eine Dreiviertelmillion Erwerbstätige. Die Zahl der innergemeindlichen Pendler in NRW betrug 4,40 Millionen. Von allen 396 Städten und Gemeinden des Landes hatten Holzwickede (84,8 Prozent) und Merzenich (84,3 Prozent) die höchsten, Marsberg (28,7 Prozent) und Schmallenberg (29,9 Prozent) die niedrigsten Einpendlerquoten. Die höchsten Auspendlerquoten verzeichneten Merzenich (84,5 Prozent) und Vettweiß (84,2 Prozent); die niedrigsten Auspendlerquoten gab es in Münster (25,5 Prozent) und Köln (27,5 Prozent).

(RP)