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Patchwork: Arbeitslose stärken Selbstbewusstsein bei Theaterprojekt

Theaterpädagogisches Langzeitprojekt : Junge Arbeitslose stärken Selbstbewusstsein

In einem theaterpädagogischen Projekt entwickelten junge Menschen, die beim Jobcenter gemeldet sind, ihre Persönlichkeit. Im Februar startet ein weiteres Theaterprojekt.

Kerstin Radomski zeigte sich am Mittwochabend begeistert. „Ich habe die Projektgruppe vor einem halben Jahr besucht und sehe sie jetzt zum zweiten Mal“, erzählte die Bundestagsabgeordnete für den Krefelder Norden und Moers. „Die jungen Menschen haben sich unglaublich entwickelt. Sie haben jetzt ein ganz anderes Selbstbewusstsein.“ Die Christdemokratin hatte zusammen mit Ibrahim Yetim (SPD) und 30 weiteren Zuschauern den Film- und Theaterabend „Patchwork“ besucht, mit dem das Projekt Drehmoment im Café Z im Wallzentrum abschloss.

Es ist ein theaterpädagogisches Projekt, wie es vom Jobcenter Kreis Wesel meist jährlich initiiert wird, diesmal für junge Menschen bis 25 Jahre im Don-Bosco-Heim am Kastell. „Die Teilnehmer lernen Grundtugenden wie Disziplin, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit“, berichtete Günter Holzum als stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters. „Sie verbessern ihre Teamfähigkeit und damit ihre Chance auf dem Arbeitsmarkt.“ Angela Preuß als Bereichsleiterin beim Jobcenter ergänzte: „Sie entwickeln ihre Persönlichkeit. Sie gewinnen Orientierung im beruflichen Leben.“

Zwei Teilnehmerinnen orientierten sich bereits, um das Projekt, das im Februar begann, vorzeitig zu beenden. Eine begann im August eine Ausbildung, eine im Oktober ein Studium. Organisiert wurde das Projekt von Marianne Daum von der Agentur Quest aus Dortmund. Die Projekttage wurden vom Theaterpädagogen Peter Götz geplant und vom Sozialpädagogen Lothar Konnen begleitet. 14 Teilnehmer lernten, sich über Tanz und Theater zu beherrschen, sich im Team zusammenzufinden. „Sie entwickeln eine ganzheitliche Persönlichkeit“, sagte Peter Götz im Abschlussfilm.

Diesen drehte er zusammen mit den Teilnehmern. Sie erzählen in kurzen Szenen im Moerser Schlosspark, welche „Drehmomente“ es für sie beim Projekt gab, die ihr Leben veränderten. „Ich habe entdeckt, was mich weiterbringt“, erzählte zum Beispiel ein Teilnehmer. Einige Teilnehmer wollen im April ein Studium beginnen, einige im August eine Ausbildung. Sie nehmen ihre Freundschaften mit, die sie in den neun Monate, die das Projekt dauerte, aufgebaut haben. „Der Stress bringt einen zusammen“, meinte ein Teilnehmer am Mittwochabend.

Im Februar oder März will das Jobcenter erneut ein theaterpädagogisches Projekt initiieren. Dieses soll alle Altersgruppen ansprechen. „So können die Jungen von den Alten lernen und die Alten von den Jungen“, sagte am Mittwochabend Angela Preuß.