Moers: Parkplatz oder Pommeshof?

Moers: Parkplatz oder Pommeshof?

Zufällig hat das Ordnungsamt entdeckt, dass der Imbiss Kleukens in Scherpenberg seit Jahren eine offiziell als Parkplatz ausgewiesene Fläche als Bewirtungs-Terrasse nutzt. "Fans" sammeln Unterschriften für den Erhalt.

Doch, bei schönem Wetter sieht es auf der Terrasse des Imbiss-Betriebs Kleukens bestimmt ganz nett aus: Unter grünen Sonnenschirmen stehen rote Tische und Stühle, das Ganze umgeben von Weinreben. Auf der Kleukens-Internetseite kann man sich ein Bild von der sommerlichen Terrassenszenerie machen — nur ist das Ganze eigentlich gar keine Terrasse.

Genau das ist das Problem: Weil die Asphaltfläche hinter dem Imbissbetrieb an der Essenberger Straße 199 nur als Parkplatz zugelassen ist, sind Familie Kleukens und Stadtverwaltung aneinander geraten. Bewirtungsmöbel dürfen auf der Fläche nicht stehen. Dort müssen Autos parken können. Die vielen Stammgäste scheinen diese formalen Vorgaben nicht zu interessieren. Sie parken vor der Tür auf der Essenberger Straße. Das ist viel praktischer. Die Kunden haben schon 330 Unterschriften gesammelt und wollen, dass die Kleukens-Terrasse weiter besteht. "Formal gesehen hat das Amt Recht", gibt Petra Kleukens zu. "Aber man sollte doch eigentlich meinen, eine Verwaltung ist für die Bürger da und arbeitet nicht gegen sie."

Seit 30 Jahren vor Ort

1981 hat die Familie den Betrieb an der Essenberger Straße, tief in Scherpenberg gelegen, eröffnet. "Wegen eines Zaunes hat in den ersten 20 Jahren nicht einmal ein Autofahrer versucht, auf dem Parkplatz zu parken", sagt Petra Kleukens. Vor neun Jahren entschlossen sie und ihre Familie sich, die brach liegende Fläche für die Außenbewirtung zu nutzen. Das störte fast zehn Jahre keinen Menschen. Als dann Vertreter des Ordnungsamtes wegen einer anderen Angelegenheit vorbei kamen, fiel die illegale Hofterrasse auf.

Tatsächlich waren die Ordnungsamtskollegen nur deshalb dort, weil die Familie im Laufe der Jahre ohne amtliche Erlaubnis einen Anbau hinzugefügt hatte und dieser nachträglich genehmigt werden sollte, so Pressesprecher Thorsten Schröder. "Wir suchen jetzt nach einer Lösung." Die zielt auch aus städtischer Sicht darauf ab, dass die Fans der beliebten Pommesbude auch weiterhin draußen auf der Terrasse sitzen dürfen. "Es müssen bloß auch Parkplätze bereit gestellt werden", fordert Schröder. Claus-Peter Küster, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger und selbst Scherpenberger, will vermitteln: "Bürger und Verwaltung müssen beide daran arbeiten, die gegenseitigen Sichtweisen zu verstehen."

(RP)