Moers: Parken darf nicht teurer werden

Moers: Parken darf nicht teurer werden

Der Einzelhandelsverband warnt davor, die Stadtkasse durch höhere Parkgebühren füllen zu wollen. In Moers zahle man heute schon mehr als in Duisburg oder Krefeld. Angemahnt werden Ideen für den Bereich Horten-Haus.

Kämmerer Wolfgang Thoenes und Bürgermeister Norbert Ballhaus wollen den Autofahrern in Moers tiefer in die Tasche greifen. In ihrem Haushaltssicherungskonzept schlagen sie eine Erhöhung der Parkgebühren vor. 333 000 Euro mehr sollen jährlich erwirtschaftet werden. Ein Vorschlag für die genauen Details der Erhöhung gibt es noch nicht. Beim Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Niederrhein läuten aber jetzt schon die Alarmglocken. "Höhere Parkgebühren aus rein fiskalischen Überlegungen lehnen wir ab", erklärte Geschäftsführer Wilhelm Bommann im Gespräch mit dem Grafschafter.

75 Prozent kommen mit dem Auto

75 Prozent der Kunden des Moerser Einzelhandels kommen mit dem Auto in die Stadt. Eine Gebührenerhöhung treffe daher den Nerv des Handels. Gebühren dürfe man nur als Instrument zur Lenkung der Verkehrsströme sehen, nicht aber als Einnahmequelle für die Stadtkasse. Und Moers sei bereits heute ein teures Pflaster für die Autofahrer. Auf den zentral gelegenen städtischen Parkplätzen zahle man mehr als in den benachbarten Großstädten Duisburg und Krefeld. Eindeutig ist auch die Auffassung zur Idee, Parkplätze wie den Kastellplatz autofrei zu machen. "Eine Einkaufsstadt wie Moers brauche Parkplätze. Bevor man welche wegnimmt, muss erst für Ersatz gesorgt werden", so Erwin Dörnert, Vorstandsmitglied des Einzelhandelsverbandes und Vorsitzender der Aktivgemeinschaft Moers.

In Sachen Einkaufszentrum am Kö bleiben die Handels-Experten skeptisch. Es sei zwar richtig, dass in Moers etwas passieren müsse, aber die großen neuen Flächen bereiten Sorgen. Sie lägen mit 16 000 Quadratmetern doppelt so hoch wie im vom Rat beschlossenen Einzelhandelskonzept. In der gesamten Innenstadt gebe es 58 000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Also werde der Anteil des neuen Centers an der Gesamtstadt zu groß. Bommann verweist auf neue Studien, die sagen, dass ein Einkaufscenter nur erfolgreich in eine Stadt integriert wird, wenn es nicht 15 Prozent der vorhandenen Fläche überschreitet.

Auch der Wunsch der Politik, durch den Neubau die dringend erforderlichen Parkplätze zu schaffen, gefällt dem Einzelhandelsverband nicht. Je größer die Parkplatzzahl an einem Center sei, um so eigenständiger werde es, statt die Besucher auch zum Bummel durch Moers zu motivieren.

Erwin Dörnert bedauert zudem die Konzentration auf nur einen Investor. Ihm wäre es lieber gewesen, auch eine Alternativplanung weiter zu führen. "Wenn die Grundstückseigentümer jetzt nicht verkaufen, haben wir am Ende dauerhaft das Problem des Postgebäudes am Hals", so Dörnert.

Sorgen um Homberger Straße

Ein großes Sorgenkind ist aus Sicht des Verbandes die Homberger Straße mit den verlassenen Häusern von Horten und C & A. Es sei geradezu paradox, dass der frühere Schandfleck Moers nun schön werde, aber der Weg den Besucher Richtung Kö dann durch abschreckende Bereiche führt. Auch wenn es schwierig sei, angesichts der Eigentumsverhältnisse dort Lösungen zu finden, müsse die Stadt vorrangig daran arbeiten.

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(RP)