Orchester an der Stadtkirche spielt am Volkstrauertag in Moers.

Kultur in Moers : Stadtkirchenorchester erinnert an das Kriegsende vor 100 Jahren

Das Orchester an der Stadtkirche erinnert am Sonntag, 18. November, 18 Uhr, mit Werken von Edward Elgar, Sergey Prokofiev, Joseph Martin Kraus, Paul Lincke und Lili Boulanger an das Ende des Ersten Weltkrieges.

Unter der Leitung von Stefan Büscherfeld hört das Publikum selten gespielte Werke, die sich mit dem Thema „Krieg und Frieden“ auseinandersetzen. Insbesondere „Carillon – für Sprecher und Sinfonieorchester“ (1914) von Edward Elgar und „D’un soir triste“ (1918) von Lili Boulanger entstanden auch unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges. Elgars Werk basiert auf einem Gedicht von Emile Cammaerts. „Darin geht es um die Besetzung Belgiens durch Deutschland. Es wurde 1914 nach dem Einmarsch geschrieben“, erläutert Violinistin Natascha Lenhartz. Elgar lasse in seinem Werk das Glockenspiel (Carillon) in einer Vier-Ton-Folge durch das ganze Stück und durch alle Instrumentengruppen spielen. Als Sprecher hat das Stadtkirchenorchester den Moerser Schauspieler Matthias Heße gewonnen. Lili Boulanger, die als erste Frau 1913 in Rom den Kompositionspreis erhielt, komponierte „D’un soir triste“ 1918 in dem Wissen, dass sie nicht lange zu leben hatte. „Sie wurde nur 24 Jahre alt“, so Büscherfeld. „Die Komposition ist ihr musikalisches Vermächtnis“, sagt Lenhartz. Hauptwerke werden die sinfonische Suite zu der Oper „Krieg und Frieden“ von Sergey Prokofjew und die 1792 entstandene „Symphonie funèbre“ von Joseph Martin Kraus (1756 bis 1792) sein. Kraus, der ein Zeitgenosse von Mozart war, schrieb das Werk unter dem Eindruck des Attentats auf den schwedischen König Gustav III. „Er hatte den Anschlag auf den König miterlebt“, weiß Stefan Büscherfeld. Die Komposition beginnt daher nicht von ungefähr mit einem Paukenschlag. Da das Konzert eine Brücke in die Gegenwart schlagen möchte, erlebt das Publikum am Volkstrauertag eine Uraufführung: Lars Büscherfeld komponierte das Stück „A perfect Circle“. „Es geht darin um den Kreislauf von Krieg und Frieden“, sagt Vater Stefan Büscherfeld. Sohn Lars spielt seit Gründung im Stadtkirchenorchester. Er macht zurzeit eine Ausbildung zum Tonmeister und spielt in der Band „The second try“. Mit der Ouvertüre aus „Im Reiche des Indra“ von Paul Lincke endet das Konzert hoffnungsfroh. Auch dieses Mal gibt das Stadtkirchenorchester wieder ein Kinderkonzert um 16 Uhr.

Karten gibt es (18 Euro) im Gemeindebüro, Haagstraße 11, in der Barbara Buchhandlung und in der Villa Wölkchen.

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