Moers OP-Termin: Für Sina ist morgen "Tag Null"

Moers · Für Sina Grundmann ist der große Tag gekommen. Nachdem ein geeigneter Knochenmarkspender gefunden wurde, kann ihre Blutkrankheit MDS morgen in der Uniklinik in Freiburg operativ behandelt werden.

"Morgen ist für Sina der Tag Null." Im Gespräch mit der Rheinischen Post verkündet Daniela Grundmann die gute Nachricht. Ihre Tochter bekommt morgen die lang ersehnte Knochenmarkspende. Etwa fünf Stunden wird die Übertragung dauern. Die Familie aus Kamp-Lintfort wartet seit Anfang August im Uniklinikum in Freiburg auf den Termin. Die Zehnjährige leidet unter der Blutkrankheit Myelodysplastisches Syndrom, abgekürzt MDS.

"Sina geht es ganz gut. Sie bekommt jetzt das zweite und dritte Chemo-Medikament. Bis jetzt läuft alles sehr gut", berichtet ihre Mutter. Heute wird Sina in ein sogenanntes KMT-Zimmer verlegt. Dieses Zimmer wird durch eine Schleuse abgetrennt und steril gehalten. So wenig Keime wie möglich sollen in das Zimmer gelangen. Für mindestens sechs Wochen darf sie das Zimmer nicht verlassen. Danach soll sie sich, je nach Gesundheitszustand, Stück für Stück wieder freier bewegen können.

Eigentlich sollte die Stammzellentransplantation bereits am 5. August stattfinden. Dieser Termin hatte sich jedoch aus persönlichen Gründen des Spenders um vier Wochen verschoben. "Der Spender entscheidet, wann und wo der Termin stattfindet. Wir hatten uns schon darauf eingestellt und entsprechend Urlaub genommen", sagt Andreas Grundmann. Beide sind dennoch erleichtert, dass überhaupt ein Spender gefunden werden konnte und die Behandlung nun beginnen kann.

Sinas eigenen Zellen müssen im Knochenmark komplett absterben. Dafür muss sie sich schon seit einigen Tagen einer Chemotherapie unterziehen und bekommt viele verschiedene Medikamente. Später kommen noch zehn Tabletten pro Tag hinzu, die sie einnehmen muss. Bis neues Knochenmark ansetzt, dauert es drei Wochen.

Patienten, die an dieser Krankheit leiden, können aus den körpereigenen Stammzellen keine funktionstüchtigen Blutzellen produzieren. Durch eine Knochenmarktransplantation kann geholfen werden. Dabei werden gesunde Stammzellen eines geeigneten Spenders übertragen. Wochenlang hatte die Familie durch verschiedene Aktionen, zum Beispiel mit einem Fußballturnier und Tombola oder eine großen Typisierungsaktion in der Ernst-Reuter-Schule in Kamp-Lintfort, einen solchen Spender gesucht. Im Juni hat die Uniklinik in Freiburg grünes Licht gegeben und die Familie konnte Hoffnung schöpfen.

"Wichtig ist vor allem, dass Sinas Selbstheilungskräfte aktiviert werden", betont Daniela Grundmann. Unter anderem ein Psychologe und ein Kunsttherapeut kümmern sich um Sina. Auch Schulbücher wurden für sie organisiert, damit sie den Schulstoff, so gut es geht, selber bearbeiten kann.

Wie lange sie noch in Freiburg bleiben muss, ist unklar: "Für die Bildung neuer Stammzellen gibt es keinen Standard", berichtet Andreas Grundmann, "aber wenn alles gut läuft, können wir die Klinik Ende des Jahres verlassen."

(RP)
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