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Öffentliche Gottesdienste: St. Martinus Moers feiert unter Auflagen

Öffentliche Gottesdienste : St. Martinus Moers feiert unter Auflagen

Die anderen katholischen Gemeinden im Dekanat sowie die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis wollen mit öffentlichen Gottesdiensten dagegen noch bis Pfingsten warten. Der Schutz der Gläubigen habe Vorrang.

Als einzige Kirchengemeinde im Dekanat Moers ergreift die Gemeinde St. Martinus Moers die Möglichkeit, nach der „Corona-Pause“ wieder öffentliche Gottesdienste zu feiern. Am Samstag und Sonntag finden in allen Kirchen der Gemeinde Gottesdienste statt. Es gelten strenge Vorsichtsmaßnahmen. „Am Eingang werden die Hände desinfiziert. In der Kirche, besonders aber beim Betreten und Verlassen der Kirche, wird auf die Einhaltung des Mindestabstands von 1,50 Meter geachtet“, heißt es auf den Internetseiten der Gemeinde. Ordner weisen den Gottesdienst-Teilnehmern ihre Plätze zu. Ist die maximale Personenzahl erreicht, wird niemand mehr eingelassen.

„Wir sind der Meinung, dass wir unter diesen Voraussetzungen starten können“, sagte Pfarrer Heinrich Bösing am Donnerstag. Die anderen Gemeinden des Dekanats (St. Josef Moers, St. Josef Kamp-Lintfort, St. Quirinus Neukirchen-Vluyn) sowie die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Moers wollen allerdings noch abwarten. Sie peilen die ersten „Präsenzgottesdienste“ für Pfingsten an, wie Dechant Herbert Werth am Donnerstag in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Superintendent Wolfram Syben sagte. Schweren Herzens habe man sich dazu entschlossen, sagte Werth für seine Gemeinde St. Josef Moers. „Es gibt keinen 100-prozentigen Schutz, aber wir wollen Gottesdienste mit gutem Gewissen feiern.“ Gerade viele ältere Menschen sehnten sich nach Gottesdiensten. „Genau das ist aber die Risikogruppe, die wir besonders schützen müssen.“ In die St.-Josef-Kirche passten unter Berücksichtigung des Schutzkonzepts nur 50 bis 60 Menschen. „Wir möchten aber niemand wegschicken“, sagte Werth. Problematisch sieht er auch die heilige Kommunion. „Das ist ein sehr sensibles Thema. Wie kann man die Kommunion reichen?“

 Pfarrer Herbert Werth (auf dem Monitor) und Superintendent Wolfram Syben warben um Verständnis für die Entscheidungen der Kirchengemeinden.
Pfarrer Herbert Werth (auf dem Monitor) und Superintendent Wolfram Syben warben um Verständnis für die Entscheidungen der Kirchengemeinden. Foto: Josef Pogorzalek (pogo)
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Auch für die evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis habe der „Schutz des Nächsten“ Vorrang, sagte Superintendent Syben. In den Gemeinden des Kirchenkreises sei es Sache der einzelnen Presbyterien zu entscheiden, ob Gottesdienste stattfinden. Im Rahmen einer Videokonferenz am Montag, an der Vertreter von 24 der insgesamt 25 Gemeinden teilnahmen, habe man sich aber darauf verständigt, noch ein paar Wochen zu warten. „Wir hoffen auf Pfingsten“, sagte Syben. Bis dahin wolle man die Situation „sehr genau beobachten“ und weiter überlegen, wie Gottesdienste möglichst sicher organisiert werden können.

Wie Werth weiter sagte, sind die Mai-Termine für die Erstkommunion abgesagt worden. Sie sollen nach den großen Ferien nachgeholt werden. „Wir werden vor den Ferien mit den Eltern über mögliche Termine sprechen“, sagte Werth. Auch Fronleichnam wird in diesem Jahr anders gefeiert als sonst. „Die Prozession fällt aus“, sagte Werth. Überlegt werde noch, ob ein Gottesdienst unter freiem Himmel möglich sei. Die evangelischen Kirchengemeinden haben ihre Konfirmationstermine verlegt. „Ein Teil der Gemeinden auf Herbst, ein anderer Teil auf das nächste Jahr“, sagte Syben.

Mit der Möglichkeit, ab 1. Mai wieder Gottesdienste zu feiern, hat das Bistum Münster angekündigt, das Glockenläuten der Kirchen um 19.30 Uhr einzustellen. „Wir möchten das für Moers aber beibehalten“, sagte Pfarrer Herbert Werth. „Das ist ein schönes ökumenisches Zeichen. Es ist bei den Menschen sehr gut angekommen.“ Ähnlich sah das Wolfram Syben. In der Corona-Krise habe sich manches entwickelt, was bewahrt werden sollte. Wie die Gottesdienste und geistigen Impulse im Internet. „Es sind echte Schätze entstanden“, sagte Syben. „Wir müssen daraus lernen und das mitnehmen für die Zeit nach Corona.“