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Moers: Nutzungskonzept für historischen Friedhof

Moers : Nutzungskonzept für historischen Friedhof

Stadt und Kirche wollen Bürgerbeschwerden im Zusammenhang mit dem Obdachlosentreff jetzt aufgreifen.

In den Problemfall Friedhofskapelle Rheinberger Straße kommt Bewegung: In der vergangenen Woche hat es ein Gespräch zwischen der Stadt Moers und der evangelischen Kirchengemeinde gegeben. Beteiligt waren Dezernent Wolfgang Thoenes, Schlosstheater-Intendant Ulrich Greb und Pfarrer Torsten Maes. Dabei habe es sich um einen ersten Gedankenaustausch gehandelt, der Auftakt zu weiteren Gesprächen sein soll, heißt es. "Alle sind sich einig, dass an dieser Stelle etwas geschehen muss", sagt Maes. "Und ich denke, wir werden gemeinsam eine gute Lösung finden. Der Anfang ist auf jeden Fall gemacht."

Seit 1968 hat die Stadt Moers das Grundstück von der evangelischen Kirchengemeinde gepachtet. Rund um das Kapellchen, das seither vom Schlosstheater als Bühne genutzt wird, befindet sich der älteste Friedhof der Stadt. Rund 70 zum Teil fast 500 Jahre alte Grabsteine stehen dort. Dass sich auf diesem historisch besonders wertvollen Stückchen Moers regelmäßig Obdachlose aufhalten, sorgt schon länger für Ärger. Nach Ursula Krämer, die zwar in einer anderen Ecke der Moerser Innenstadt wohnt, beim Spazierengehen aber regelmäßig an der Kapelle vorbeikommt und vor gut drei Wochen den Anstoß zur Berichterstattung gab, haben sich mehrere Anwohner (Namen der Redaktion bekannt) gemeldet. Der Leidensdruck, heißt es, sei mittlerweile groß.

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Ordnungsamt oder Polizei, schreibt eine Nachbarin, sehe man an der Kapelle nur selten. Dabei werde dort nicht nur Alkohol getrunken. "Es werden auch Drogen konsumiert und verkauft." Die kleine Notdurft, die hinter dem Gebäude verrichtet wird, sei noch das kleinere Übel, sagt die Moerserin. "Es wird auch das große Geschäft dort erledigt. Ich hatte bei der Enni angefragt, ob nicht wenigstens Spender mit Hundekotbeuteln dort aufgestellt werden können, aber außer neuen Mülleimern, aus denen sich die Krähen immer noch bedienen können, ist nichts passiert - von den Möbeln, die unter dem Bauwagen liegen, ganz zu schweigen. Ich habe das Gefühl, dass man sich mit dem Problem nicht ernsthaft befassen will."

Stadtsprecher Thorsten Schröder widerspricht. "Das Problem ist erkannt", sagt er. "Aus dem ersten Gespräch mit der Kirche hat jeder Hausaufgaben mitgenommen, die jetzt abgearbeitet werden. So wird zum Beispiel zu klären sein, ob der Bauwagen, in dem das Theater Requisiten unterbringt, weiter genutzt wird, und ob es möglicherweise zusätzliche öffentliche Sitzgelegenheiten gibt. Auch über das ordnungsbehördliche Vorgehen wird gesprochen. Am Ende soll ein Nutzungskonzept stehen."

(RP)