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Moers: Nutrias: Lineg schlägt neue Strategie ein

Moers : Nutrias: Lineg schlägt neue Strategie ein

Nachdem Anfang des Jahres Nutria-Fallen für Aufruhr sorgten, ist es ruhiger um die Tiere geworden. Die Lineg setzt jetzt auf präventive Aufklärung, damit in Zukunft keine Tiere mehr getötet werden müssen. Sie arbeitet an einer Broschüre.

Mit ihren Kulleraugen und dem flauschigen, braunen Fell entzücken diese Parkbewohner viele Spaziergänger - die Rede ist von Nutrias. Die relativ zahmen Tiere sind aber mit Vorsicht zu genießen. Im Falle einer Überpopulation können sie erheblichen Schaden anrichten.

Dennoch hatte die Tötung der Nutrias Anfang des Jahres eine große Diskussion ausgelöst und wurde von der Bevölkerung aufmerksam verfolgt. Damals wurden rund 35 Tiere im Park erlegt.

Heike Werner, zuständig für Pumpanlagen und Gewässerbetrieb, beschreibt den neuen Kurs der Lineg: "Wir sind an präventiver Arbeit interessiert und möchten unnötige Tötungen vermeiden. Im Moment arbeiten wir an einer Broschüre. Wir wollen die Bevölkerung aufklären. Es soll deutlich werden, dass wir durch unser Verhalten das Töten vermeiden können." Einer Überpopulation kann entgegengewirkt werden, indem die Tiere nicht mehr zugefüttert werden.

Insgesamt ist das Füttern problematisch: Wenn sich zu viel Nahrung im See sammelt, können sich auch Schimmelpilze verbreiten. Außerdem brechen die vielen Nährstoffe den natürlichen Zyklus eines Sees, wodurch er umkippen kann. Ein weiteres Problem ist, dass die Tiere den Erdboden durch ihren Höhlenbau aufwühlen, was zu Löchern in den Gehwegen und Ufereinbrüchen führt. Von einem Pärchen können bis zu 100 Jungtiere im Jahr geworfen werden. Eine größere Gruppe bekomme man dann nicht mehr so schnell in den Griff, betont Werner. Die Diskussionen seien am linken Niederrhein überall die gleichen. Zum Teil erreichten sie und ihre Kollegen bedrohliche Beschwerdebriefe, berichtet sie. "Wir haben vom Deutschen Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau klare Vorgaben, wie wir jagen und vorgehen dürfen. Nach denen richten wir uns", erläutert sie.

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Bereits Anfang des Jahres hat unsere Zeitung über die Problematik und die Nutria-Jagd berichtet. Die Lineg gab damals im Gespräch bekannt, dass zunächst keine neuen Räumungsaktionen oder Fallenlegungen geplant seien. Dabei ist es geblieben.

"Wir haben die Population nicht weiter verfolgt. Die Stadt Moers, die für den Unterhalt des Parkes zuständig ist, hat keine neuen Projekte übermittelt", sagt Werner. Dr. Carmen Gallas-Lindemann, Fachbiologin bei der Lineg, berichet, dass der Bisamfänger Anfang des Jahres die Population auf etwa 60 bis 100 Tiere schätzte. Wie viele Tiere derzeit im Park leben, ist allerdings nicht bekannt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So arbeitet der Rattenfänger von Moers

(RP)