Bürgermonitor: Noch mehr Kritik am Niag-Kundenservice

Bürgermonitor : Noch mehr Kritik am Niag-Kundenservice

Nach der Beschwerde einer älteren Dame aus Schaephuysen hat das Unternehmen mit einem seiner Busfahrer gesprochen. Angeblich soll er sich ruppig verhalten und Fahrgäste zu lange in der Kälte gelassen haben. Die verärgerte Dame legt nun nach.

Moers/neukirchen-Vluyn/Rheurdt Viele Reaktionen in den sozialen Netzwerken hat es zur Beschwerde einer Frau aus Schaephuysen über die Niag gegeben. Ingrid Osterloh hatte sich gegenüber der RP beklagt, dass an einem kalten Tag der Fahrer sie und andere Fahrgäste draußen in der Kälte an der Haltestelle Vluyner Südring stehen ließ, obwohl der Bus bereits bereitstand. Als man ihn darauf hinwies, habe der Mann ruppig reagiert.

Die Meinungen in den Kommentaren zum RP-Artikel waren geteilt, aber eine Mehrheit stellte sich auf die Seite des Fahrers. "Pause muss Pause bleiben!", mit diesem Satz drückte eine Frau die Auffassung vieler Kommentatoren aus. Andere erklärten, dass unfreundliches Verhalten der Niag-Fahrer leider häufiger vorkomme.

Wie Niag-Fachbereichsleiter Tobias Jakubowski mitteilt, habe man inzwischen ein Gespräch mit dem Fahrer geführt, der während des Vorfalls am Steuer des Busses gesessen hatte. Der Mitarbeiter habe eingeräumt, vielleicht etwas ärgerlich gegenüber den Fahrgästen reagiert zu haben. Allerdings habe er einen anstrengenden Arbeitstag gehabt. "Bislang ist er in keiner Weise wegen unfreundlichem Verhalten auffällig geworden", versichert Jakubowski. Auch gibt der Fahrer an, die Türen nicht einige Minuten zu spät geöffnet zu haben, wie Osterloh es berichtet hat.

Die Schaephuysenerin hat inzwischen noch einmal nachgelegt. In einem Schreiben an die RP bekräftigt sie ihre Kritik, dass der Kundenservice der Niag zu wünschen übrig lasse. Da sei zum einen die Tatsache, dass es an den Haltestellen keine Sitzgelegenheit gebe, was für alte Menschen eine große Belastung sei. "In Rheurdt sind vor zwei Jahren überall behindertengerechte Haltestellen, selbstverständlich mit Wartehäuschen und Sitzgelegenheit, gebaut worden. Dass am Vluyner Südring auf einer Straßenseite weder Wartehäuschen noch Sitzgelegenheit existieren, liegt unter Umständen an den Gegebenheiten durch Privatgrundstücke. Nach Angaben der Stadt Neukirchen-Vluyn ist aber die Niag für die Aufstellung der Wartehäuschen verantwortlich." Wenn dem so sei, könne man nicht gleichzeitig die Bustüren bis zur letzten Sekunde geschlossen halten. Ältere Menschen könnten nun mal nicht so lange stehen. "Auf der gegenüberliegenden Seite sind zwar Wartehäuschen und Sitzplätze vorhanden, aber über den stark befahrenen Südring kann man nicht gefahrlos auf die andere Seite gelangen", so Osterloh. Das Hauptproblem seien aber die Einsparungen im Busverkehr, durch die man teilweise mehrere Stunden unterwegs sei, wenn man zum Beispiel eine Theatervorstellung in Duisburg besuchen wolle.

(s-g)