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Niederrhein: Junge Anleger verlangen Nachhaltigkeit

Wirtschaft am Niederrhein : Junge Anleger verlangen Nachhaltigkeit

Immer öfter und immer deutlicher setzen Kunden auf nachhaltige Anlagen. Das hat Folgen und Vorteile für junge Anleger.

Längst ist Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage keine Nische mehr für ausschließlich ökologisch motivierte Anleger. Denn nachhaltig orientierte Investments überzeugen auch durch interessante und marktgängige Renditen. Nach einer Anlegerbefragung aus dem Herbst 2018 von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volksbanken und Raiffeisenbanken, würden rund 75 Prozent der Befragten gerne auch in nachhaltige Kapitalanlagen investieren. Gut die Hälfte der Befragten fühlt sich bezüglich der Anlagemöglichkeiten aber noch nicht ausreichend informiert.

Aktuell kommt gleich von drei Seiten Dynamik in das Thema nachhaltige Kapitalanlagen. Die Null- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) veranlasst Anleger, ihr Spar- und Anlageverhalten grundsätzlich zu überdenken und verstärkt in wertpapierorientierte Kapitalanlagen zu investieren. Zudem kommt Rückenwind aus Brüssel, gibt es doch verschiedene regulatorische Vorhaben, die ab 2020/2021 Finanzdienstleister verpflichten sollen, Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage zu berücksichtigen und ein Ökolabel für Finanzprodukte einzuführen. Und schließlich trägt auch die „Fridays for Future“-Bewegung dazu bei, die Sensibilität für nachhaltiges Wirtschaften in der Öffentlichkeit deutlich zu erhöhen.

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In der Folge steigt auch unter deutschen Privatanlegern das Interesse an diesem Thema. Die umfangreichsten Möglichkeiten bieten sich diesen im Bereich der Investmentfonds. Hier stehen – vereinfacht ausgedrückt – vier verschiedene Arten von Fonds zur Verfügung:
1. Fonds ohne konkreten Nachhaltigkeitsbezug, immer noch mit Abstand die Mehrzahl aller Fondsprodukte.
2. Fonds, die in einzelne Nachhaltigkeitsthemen investieren, zum Beispiel Klimawandel, Wasser oder alternative Energien.
3. Fonds, die breit investieren und einen Nachhaltigkeitsfilter bei allen Investitionsentscheidungen berücksichtigen.
4. Fonds von Finanzdienstleistern, die ihr komplettes Geschäftsmodell auf nachhaltige Investments ausgerichtet haben.

Profitabilität und Nachhaltigkeit beim Geld anlegen müssen heute keine Gegensätze mehr sein. Im Gegenteil, die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Investmentprozess führt oft zur Früherkennung von Risiken, zum Beispiel  von Klagerisiken oder Reputationsrisiken.

Zudem engagiert sich Union Investment regelmäßig im Rahmen von Investorengesprächen mit Vorständen von Industrieunternehmen oder in Hauptversammlungen und wirkt so auf nachhaltigeres Wirtschaften hin. Reagieren die Unternehmen nicht darauf, hat dies im schlimmsten Fall einen Ausschluss aus den Nachhaltigkeitsfonds zur Folge. Dies kann auch für die Unternehmen unangenehme Konsequenzen haben, fehlt dann doch ein wichtiger Kapitalgeber.

Eine einheitliche Definition von nachhaltigen Geldanlagen gibt es derzeit noch nicht. Die Fondsgesellschaften berücksichtigen häufig in ihrem Investmentprozess zusätzlich ökologische und soziale Fragen sowie Fragen der guten Unternehmensführung, abgekürzt unter dem Kürzel ESG, das steht für „Environment, Social, Governance“.

Bei Union Investment beispielsweise werden diese Ergebnisse zu einem Nachhaltigkeitsrating verdichtet und im Rahmen des Investmentprozesses bei der Fondszusammensetzung ebenso konsequent berücksichtigt wie etwaige Ausschlusskriterien.

Die Grafik zeigt beispielhaft den Investmentprozess bei Union Investment, der sowohl nachhaltige Kriterien als auch die klassische Unternehmensanalyse berücksichtigt und zudem den fortlaufenden Austausch mit den Unternehmen einschließt.

Vor einer Investitionsentscheidung sollten die Anleger sich umfassend über Chancen und Risiken aufklären lassen und auch ihren persönlichen Anlagehorizont berücksichtigen. Ist das geklärt, steht einem Investment in nachhaltige Kapitalanlagen nichts mehr im Wege. Für junge Leute mit langfristigem Anlagehorizont ist aus unserer Sicht ein internationaler Aktienfonds mit Nachhaltigkeitsfilter, der mit monatlichen Beiträgen bespart wird, unter den Chance- und Risikoaspekten die erste Wahl.

(RP)