Neukirchen-Vluyn: Niederberg entsteht auch im Internet

Neukirchen-Vluyn : Niederberg entsteht auch im Internet

Timo Glantschnig und Familie bauen ihr Eigenheim auf Niederberg. Der 34-Jährige hat ein Online-Forum für alle Neu-Siedler gegründet. Unter den künftigen Nachbarn herrscht bereits ein reger Austausch.

Eigentlich sei die Idee eher zufällig entstanden, erinnert sich Timo Glantschnig. "Ich habe nach anderen Bauherren auf Niederberg gegoogelt", erzählt er. Dabei sei er auf ein "Bautagebuch" gestoßen, dass die Familie Henke ins Netz gestellt hat. Glantschnig nahm Kontakt auf, und bald gesellten sich andere Häuslebauer dazu. "Irgendwann wurde es zu unpraktisch, uns E-Mails zu schicken." Und so entwickelte der 34-Jährige das "Niederberg-Netzwerk".

Die Entwicklung des ehemaligen Bergwerksgeländes Niederberg zum Wohn- und Geschäftsquartier ist derzeit das ehrgeizigste Vorhaben in Neukirchen-Vluyn. Hier entsteht ein komplett neuer Stadtteil, der zugleich die bislang getrennten Orte Neukirchen und Vluyn zu einer geschlossenen Siedlung macht.

Wer auf die Internetseite www.netzwerk-niederberg.de geht, muss nicht unbedingt selber auf Niederberg ein Haus bauen, um sich die Einträge durchzulesen. Das Herzstück der Seite ist allerdings das Mitglieder-Forum, zu dem bereits 46 Bauherren (beziehungsweise -herrinnen) gehören. Zu diesem Forum bekommen nur jene Zugang, die sich auf dem Bauland zwischen Neukirchen und Vluyn ihren Traum vom Eigenheim erfüllen. "Bei den Namen hat uns die RAG Montan Immobilien geholfen", sagt Glantschnig. "Natürlich können wir nicht hundertprozentig überprüfen, ob das neue Mitglied auch auf Niederberg baut, aber wir erkunden uns nach der jeweiligen Parzelle.

Der 34-Jährige, der vielen Bürgern als SPD-Rats- und Kreistagsmitglied bekannt sein dürfte, wohnt mit Ehefrau und zwei Kindern derzeit noch an der Hochstraße in Neukirchen. Wenn alles klappt, können die Glantschnigs ihr neues Heim im kommenden Jahr beziehen. Das Grundstück befindet sich im zweiten Bauabschnitt und grenzt an einen der Grüngürtel, die der Siedlung besonderen Wohnwert verleihen sollen.

Im Netzwerk rücken die künftigen Nachbarn bereits jetzt zusammen, tauschen sich aus über ihre Bauvorhaben, stellen Pläne und Grundrisse und Fotos online. Eine komplette Chronik des neuen Viertels entsteht so mit der Zeit. Die Kontakte sind nicht nur virtuell. "Wir haben auch schon ein erstes Nachbarschaftstreffen am Averdunkshof organisiert", berichtet Glantschnig. Ein Bericht darüber steht natürlich auch schon auf der Seite.

Das Netzwerk dient nicht nur als eine Plattform für gute Nachbarschaft, sondern kann den Nutzern ganz handfeste Vorteile bringen. Glantschnig nennt ein Beispiel: "Mehrere Bauherren haben gemeinsam ein Bodengutachten in Auftrag gegeben. Auf diese Weise konnten sie viel Geld sparen."

(RP/rl)
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