Moers Festival: Neues Konzept geht auf

Moers Festival : Neues Konzept geht auf

Die 47. Ausgabe des Moers Festival verlief friedlich und bunt. Geschätzte 35.000 Musikfans erlebten Jazz, Improvisation, Folk und Experimentelles in der Eventhalle am Solimare und an vielen weiteren Standorten in der Stadt.

Als "ziemlich glücklich" bezeichnete sich Tim Isfort zum Abschluss des Moers Festivals. Sein Konzept sei an vielen Stellen aufgegangen, sagte der künstlerische Leiter und freute sich, dass er seine Handschrift deutlich machen konnte. Auch Bürgermeister Christoph Fleischhauer war beim Empfang am Sonntag angetan. Er hatte am Wochenende einige der Spielorte des Festivals in der City, im Schlosspark und am Solimare besucht.

Richard Dawson brachte die Konzerthalle mit seinen Folksongs zum Vibrieren. Das Publikum ging begeistert mit. Foto: Klaus Dieker

"Die Bürger nehmen das Festival wahr. Das ist schön", berichtete er. Tim Isfort, der künstlerische Festivalleiter, und sein Team hätten die Veranstaltung wunderbar fortgeschrieben und in eine andere Dimension geführt. "Da ist ein Brennen bei den Machern zu spüren. Das Festival hat zu den Moersern zurückgefunden", betonte der Bürgermeister, der in der Nacht von Sonntag auf Montag sogar sein Büro im Rathaus für eines der Konzerte zur Verfügung gestellt hatte.

Christoph Fleischhauer befand, dass das Moers Festival trotz aller Schwierigkeiten, und damit meinte er die finanzielle Situation, unbedingt für die Zukunft bewahrt werden müsse. "Ohne Moos nichts los", brachte es der Bürgermeister jedoch auf den Punkt. Ihm bleibt ebenso wie Festivalchef Tim Isfort nur der Appell an Förderer, Freunde und Sponsoren. Denn die Stadt kann das Festival aus ihrem Budget nicht allein stemmen. Und die auf drei Jahre angelegten Fördermittel des Bundes in Höhe von je 150.000 Euro gab es nur bis 2018. "Wir arbeiten seit Wochen daran, dass der Bund dabei bleibt", sagte Geschäftsführer Claus Arndt zum Start des Festivals am Freitag.

Die Veranstalter hoffen auf den fraktionsübergreifenden Zusammenschluss im Bund, der vor drei Jahren dazu geführt hatte, dass erstmals Bundesmittel noch Moers geflossen waren. Erste zaghafte Signale gibt es: So twitterte Ulle Schauws, Bundestagsabgeordnete der Grünen: "Tolle Sounds, wunderbare Atmosphäre. Für Bundes-Förderung ab 2019 müssen wir fraktionsübergreifend sorgen."

FDP-Abgeordneter Otto Fricke, Chefhaushälter seiner Bundestagsfraktion, war als Redner zum Empfang eingeladen. Ein Wegfall der Bundesmittel sei, so Claus Arndt, bitter, weil dann das inhaltliche Niveau des Moers Festivals nicht mehr einzuhalten sei. Der Geschäftsführer hat den Worstcase vorsichtshalber in den Wirtschaftsplan für das nächste Jahr eingerechnet. Die auf Konsolidierung ausgelegte Wirtschaftslage der GmbH ermögliche es aber, 2019 ein Festival stattfinden zu lassen. "Wir haben vor allem die Infrastrukturkosten herunter geschraubt. Die Eishalle bietet uns viele Möglichkeiten." Ob der Bund das Festival ab 2019 weiter fördert, wird voraussichtlich im Oktober/ November feststehen.

Dass diese Woche Pfingstferien sind, hat das Moers Festival laut Claus Arndt dann doch nicht so in Bedrängnis gebracht wie zunächst befürchtet. "Bei den Ticketverkäufen sind wir im Plan. Bei den Tagesverkäufen haben wir aufgeholt." Großes Lob hatten die Veranstalter für die Moerser Kaufmannschaft übrig. "Wir haben große Unterstützung erfahren. Das hat uns Rückenwind gegeben", sagt der Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das war das Moers-Festival 2018

(RP)
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