Neues Bettenhaus am Bethanien in Moers: Entscheidung mit Weitblick

Kommentar : Entscheidung mit Weitblick

Auf- statt Abbau: Moers und das Bethanien-Krankenhaus schwimmen gegen den Strom.

Deutschlandweit geht der Trend bei der Krankenhausversorgung eher zum Ab-, statt zum Aufbau. Das betrifft in erster Linie das Auflösen von Doppelstrukturen, in letzter Konsequenz aber auch den Wegfall von (kleineren) Standorten. So gesehen schwimmen Moers und das Bethanien-Krankenhaus gegen den Strom. 28 Millionen Euro in ein neues Bettenhaus zu investieren, ist in Zeiten wie diesen sicher ein mutiger, zugleich aber auch kluger Schritt, denn er zeigt: Man ist von der Zukunftsfähigkeit dieses Krankenhauses und des Standorts fest überzeugt. Und darum geht es am Ende. In Moers hat das Bethanien vor Jahrzehnten begonnen, Abteilungen mit eigenen Chefärzten zu besetzen, um einzelne Fachbereiche auf starke Beine zu stellen. Selbstverständlich war auch damals schon klar, dass ein Verteilen von Spezialisierung im Wettbewerb mit dem zwei Kilometer entfernten St.-Josef-Krankenhaus irgendwann irgendwie Sinn ergibt. Seit 15 Jahren, sagt Bethaniens Ärztlicher Direktor Dr. Thomas Voshaar, seien beide Häuser miteinander im Gespräch. Trotzdem gebe es in 60 Prozent der Fälle nach wie vor ein Doppelangebot. Die Frage ist, was das mit Blick auf eine gute und zugleich wirtschaftliche Versorgung von Patienten langfristig bedeutet. Das wachsende Bethanien jedenfalls fühlt sich für die Zukunft gerüstet. Am Ende entscheidet aber wohl der Patient.

Julia

Hagenacker

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