Moers: Neuer Pflegekinderdienst der Stadt soll in Container-Wohnanlage ziehen

Moers : Neuer Pflegekinderdienst der Stadt soll in Container-Wohnanlage ziehen

Am 1. August nimmt der neue Pflegekinderdienst zusammen mit der Adoptionsvermittlung seine Arbeit auf. Acht städtische Mitarbeiter kümmern sich dann um Kinder und Jugendliche, um die sich sonst niemand ausreichend kümmert.

Ein Problem ist allerdings der Platz. "Im Rathaus stehen nicht genug Räume für die Verwaltungseinheit zur Verfügung", sagt Beigeordneter Claus Arndt. Der Sozialausschuss hat dem Stadtrat deshalb jetzt einstimmig empfohlen, die bislang als Übergangswohnheim für Flüchtlinge genutzte Container-Wohnanlage an der Rathausallee als Verwaltungsstelle für den Pflegekinderdienst und die Adoptionsvermittlungsstelle zu nutzen.

Möglich ist das, weil die Flüchtlingsunterkünfte in Moers derzeit nicht ausgelastet sind. Die bisherigen Bewohner der Container-Wohnanlage könnten auf unbestimmte Zeit anderweitig untergebracht werden, sagt die Verwaltung. Mit der Umnutzung für die Pflegekinderhilfe und Adoptionsstelle bestehe die Chance, die Anlage langfristig wieder rentabel zu nutzen. Und: Die Ortslage sei vor allem mit Blick auf die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle sehr günstig, weil diese auch für die Städte Rheinberg und Kamp-Lintfort tätig ist.

Fest steht: Das Bereitstellen von ausreichend Pflegestellen, auch für besonders entwicklungsbeeinträchtige Kinder und Jugendliche, ist mehr als nur eine gesetzliche Pflichtaufgabe. Ein wichtiges Ziel bei der Neuorganisation der Pflegekinderhilfe der Stadt Moers sei die Schaffung neuer Pflegestellen gewesen, erklärt Arndt. Die Anzahl an Pflegestellen sei im gesamten Bundesgebiet stark rückläufig. Forschungsergebnisse wiesen hingegen darauf hin, dass vor allem die Qualität des Pflegekinderdienstes, die Zufriedenheit der Pflegefamilien und die daraus resultierende "Mund zu Mund Propaganda" eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob weitere Familien für die schwierige Aufgabe gewonnen werden können. Außerdem, argumentiert die Verwaltung, bedeute die Unterbringung in Pflegefamilien im Vergleich zur Heimunterbringung eine deutliche Kostenersparnis. "Eine einfache stationäre Unterbringung kostet im Jahr 55.800 Euro", sagt Arndt. "Im Vergleich dazu liegen die Kosten für eine Sozialpädagogische Vollzeitpflege bei etwa 13.000 Euro. Das bedeutet eine jährliche Kostenersparnis von circa 42.000 Euro."

Die Stadt Moers würde die Umnutzung der Containeranlage 338.000 Euro kosten, circa 60.000 kämen für die Ausstattung der Arbeitsplätze hinzu. Gedacht war das Geld ursprünglich für den geförderten Neubau des Spielhauses Kapellen. Dort muss es nicht in Anspruch genommen werden.

(juha)
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