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Neuer IGBCE-Bezirk Niederrhein sucht Bleibe

Nach Fusion : Neuer IGBCE-Bezirk Niederrhein sucht Bleibe

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie führt ihre Standorte in Moers und Duisburg zusammen. Mit 29.000 Mitgliedern ist der zweitgrößte Bezirk Deutschlands entstanden.

Nur der IGBCE-Bezirk Ludwigshafen rund um das BASF-Stammwerk hat bundesweit mehr Mitglieder als der neue IGBCE-Bezirk Niederrhein. Er umfasst einen Kreis von Mönchgladbach über Krefeld, Essen, Gladbeck, Emmerich und Kleve bis Kempen. „Wir haben rund 29.000 Mitglieder“, sagt Matthias Jakobs. „Die eine Hälfte kommt aus dem einstigen Bezirk Duisburg, die andere Hälfte aus dem einstigen Bezirk Moers.“

Der 54-Jährige, bisher Bezirksleiter in Moers, leitet den neuen IGBCE-Bezirk Niederrhein. Er wird von Patrick Leveringhaus vertreten, der zuvor Gewerkschaftssekretär in Duisburg war. Grund für die Fusion war die zurückgehende Mitgliederzahl aufgrund von Bergwerk-Schließungen. „Die meisten Bergleute sind aber in unserer Gewerkschaft geblieben, als sie auf den Zechen aufgehört haben“, sagt der der Bezirksleiter. „Durch einen Zusammenschluss haben wir mehr Gestaltungskraft und auch mehr Einfluss.“

Der IGBCE-Hauptvorstand in Hannover stimmte der Fusion der beiden Bezirke zu. Beide galten bundesweit als vorbildlich bei ihrer Jugendarbeit. Das ist beim neuen Bezirk nicht anders. „2018 haben 440 Auszubildende in unserer Branche angefangen“, berichtet Natalie Helena Rütten, die als Gewerkschaftssekretärin für die Jugendarbeit mitverantwortlich ist. „390 sind schon Mitglied in der IGBCE. Das sind 88 Prozent. Andere beneiden uns um diese Quote.“

Die Gewerkschaft passt ihr Programm immer wieder dem Geschmack junger Menschen an. Sie bietet zum Beispiel Seminare an, die von der Prüfungsvorbereitung, über Rhetorik bis zum gesunden Kochen reichen. Sie organisiert jährlich eine große Auszubildendenfeier, wie kürzlich am 6. Dezember eine in der Kings Lounge in Krefeld- Uerdingen. Und sie ist über die Jugend- und Auszubildendenvertretung nahe an den Wünschen und Problemen der Jugendlichen.

Die IGBCE Niederrhein steht zu einer „Energiewende mit Augenmaß“. „Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit sind wichtig“, betont Patrick Leveringhaus. „Die Kapazitäten müssen da sein, wie Leitungen und Speicher. In der Chemie ist Energie Rohstoff. Dabei hat die Chemie schon lange Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Blick.“

Für die IGBCE bleiben neben der Energiewende Arbeitsschutz und Arbeitsrecht, Sozialrecht und Tarifrecht große Themen. „Insbesondere Schichtarbeiter wollen flexibler zwischen Zeit und Geld wählen können, wodurch dieses zu einem wichtigen Thema unserer Tarifpolitik geworden ist“, berichtet Matthias Jakobs. Mit seinem Vertreter sucht er zurzeit einen neuen Standort, der die bisherigen Standorte am Philosophenweg in Duisburg und am Ostring in Moers zusammenführen soll, an denen 16 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tätig sind. „Er soll 600 Quadratmeter auf einer Ebene besitzen, barrierefrei und gut erreichbar sein, sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als auch mit dem Auto“, zählt der Bezirksleiter auf. „Dazu muss er digital gut angebunden sein. Am besten wäre ein Standort zwischen den bisherigen.“

Der IGBCE-Bezirk ist flächendeckend am Niederrhein vertreten. Im Dreieck zwischen Mönchengladbach, Essen und Kleve gibt es 47 Ortsgruppen. Der IGBCE-Bezirk Niederrhein hat rund 29.000 Mitglieder. Er ist in 143 Betrieben aktiv.