Kamp-Lintfort Neue Bedingungen für Sport-Zuschüsse

Kamp-Lintfort · Der zuständige Ausschuss berät morgen über neue Richtlinien zur Förderung des Sports. Während viele Gruppen davon profitieren, droht einigen das Ende der Unterstützung. Bewusst gestärkt werden Vereine mit eigenen Anlagen.

 Zu den erfolgreichsten Sportvereinen aus Kamp-Lintfort zählt der TuS Fichte-Lintfort – hier eine Szene aus dem Spiel gegen Homberg im August 2012 mit Asim Kus am Ball.

Zu den erfolgreichsten Sportvereinen aus Kamp-Lintfort zählt der TuS Fichte-Lintfort – hier eine Szene aus dem Spiel gegen Homberg im August 2012 mit Asim Kus am Ball.

Foto: Ralf Hohl

Sie stammen noch aus der Zeit vor der Wiedervereinigung, die Sportförderrichtlinien der Stadt Kamp-Lintfort. Lediglich 2001, zur Währungsumstellung, wurden sie geringfügig geändert. Nun sind sie ausführlich überarbeitet worden und werden als Entwurf morgen im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport diskutiert.

Unterm Strich fällt das Ergebnis für die Sportverein gut aus, was daran liegen mag, dass der Stadtsportverband bei der Entwicklung maßgeblich beteiligt war (siehe Info-Kasten). Es gibt allerdings auch Vorschläge, die einigen Vereinsmitgliedern nicht schmecken werden.

Erklärtes Ziel der Stadt ist es, Vereinen mit eigenen Sportanlagen zu helfen, diese zu erhalten. Damit soll ein Anreiz geschaffen werden, "durch eine maximale Auslastung die wirtschaftliche Grundlage zur Erhaltung der Anlage zu legen". Leider habe sich gezeigt, dass bei sinkenden Mitgliederzahlen Großsportanlagen nicht zu halten seien. Ein Verweis auf die Probleme des SV Lintfort.

"Den Vereinen, die eigene Anlagen pflegen, drohen die Kosten wegzulaufen", sagt Dezernent Christoph Müllmann. Dort wolle man ansetzen. Vereine mit ungedeckten Sportanlagen werden demnächst einen Energiekostenzuschuss erhalten, heißt es in dem Entwurf. Der Zuschuss soll sich an der Mitgliederzahl von Kindern und Jugendlichen bemessen — auch dies soll einen Anreiz schaffen, in diesem Fall zur Pflege der Nachwuchsarbeit. "Das ist ein zweiter Schwerpunkt der neuen Richtlinien", sagt Christoph Müllmann. Entsprechend soll die Jugendförderung pro Mitglied einer Jugendabteilung von drei auf vier Euro steigen. Die Straßenreinigungsgebühren will die Stadt bald zu 100, nicht wie bisher zu 80 Prozent übernehmen.

Um diese Wohltaten bezahlen zu können, muss an anderer Stelle gespart werden. So wird es keinen Zuschuss mehr für eine "Teilnahme an Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften" oder für die "Ausrichtung internationaler Turniere und überörtlicher Veranstaltungen". Auch werden die Jubiläumszuwendungen gekürzt.

Hart trifft es Vereine, die zwar ihren Sitz in Kamp-Lintfort haben, deren sportliche Betätigung jedoch außerhalb stattfindet. Zuschüsse genießen nur noch jene Sportvereine, "deren Sport- und Vereinsleben sich innerhalb des Stadtgebietes von Kamp-Lintfort vollzieht". Damit kann zum Beispiel der Verein "Zelt- und Wassersportfreunde Rheintreue" kein Geld mehr von der Stadt erhalten. Denn dessen Vereinsleben vollziehe sich auf dem Stadtgebiet von Rheinberg, heißt es in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung.

Ebenfalls vorgesehen ist es, nur noch Vereine mit mindestens 50 Mitgliedern mit Zuschüssen zu beglücken. Damit soll verhindert werden, dass die Sport-Szene sich in "Kleinstvereine" zersplittert. Vielmehr soll ein Anreiz gegeben werden, sich den großen, bestehenden Vereinen anzuschließen.

Ebenfalls neu ist diese Regelung: Die Neuaufnahme von Vereinen in den Kreis der Zuschussberechtigten soll nur jenen ermöglicht werden, "die neue, nicht vorhandene Sportangebote bieten beziehungsweise die Bedarfe decken, die nicht anderweitig abgedeckt werden".

(RP)