Neu gegründeter Verein will Demokratie und Toleranz stärken

In Moers und Umgebung : Neu gegründeter Verein will Demokratie und Toleranz stärken

Vorsitzender ist der Moerser SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim, Stellvertreter Volksbank-Chef Guido Lohmann. Profitieren sollen vor allem Projekt für junge Menschen.

Die Frage hat es in sich: Was ist Demokratie und wofür brauchen wir die? Grundrechte, demokratische Wahlen, Gewaltenteilung, Rechtsstaatsprinzip, ein Parlament, eine Öffentlichkeit mit freien Medien – das alles sind demokratische Grundprinzipien. Wenn über politische Bildung gesprochen wird, geht es aber auch darum, Demokratie als Lebensform zu verstehen, sich eine Meinung zu bilden und Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. In Moers und Umgebung will ein neu gegründeter Verein vor allem jungen Menschen diesen Gedanken nahe bringen, indem er Projekte zur Demokratieförderung unterstützt. Vorsitzender von „Demokratie und Toleranz leben“ ist der Moerser SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim, stellvertretender Vorsitzender Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein.

„Als Innen- und Integrationspolitiker bin ich mit vielen Berichten und erschreckenden Zahlen zum Antisemitismus und Rechtsextremismus konfrontiert“, sagt Yetim. „Seit längerem habe ich über die Gründung eines Vereins nachgedacht, der Projekte und Ideen fördert, die sich gegen Antisemitismus und Extremismus richten. Umso mehr freue ich mich, dass schnell weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden waren und bei der Vereinsarbeit mitmachen.“ Jeder, betont Yetim, müsse sich bewusst machen, wie wertvoll Demokratie und Toleranz sind. „Wir müssen gemeinsam diese Werte jeden Tag aufs neue verteidigen.“

Genauso sieht das Guido Lohmann: „Alles was das Böse benötigt, um zu triumphieren, ist das Schweigen der Mehrheit: Diese Aussage vom früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan teile ich persönlich mit Nachdruck. Die Werte unserer freien und demokratischen Gesellschaft, in der wir hier in Deutschland leben dürfen, sind mir absolut wichtig.“ Daher, sagt Lohmann, bringe er sich sehr gerne in die Arbeit des neuen Vereins ein. „Denn wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wir dürfen nicht schweigen gegenüber denen, die unsere Demokratie schwächen wollen und die Toleranz mit Schwäche gleichsetzen.“

Stellvertretender Vorsitzender: Volksbank-Chef Guido Lohmann. Foto: Christoph Reichwein (crei)
Vorsitzender: SPD-Landtagsabgeordneter Ibrahim Yetim. Foto: Ibrahim Yetim

Zu den Gründungsmitgliedern von „Demokratie und Toleranz leben“ gehört unter anderen auch Maria Vollendorf-Löcher. Als Lehrerin hat sie in den vergangenen Jahren mehr als 2000 Schüler auf Fahrten nach Auschwitz begleitet. Seit 2010 hat am Gymnasium Adolfinum die gesamte Jahrgangsstufe zehn die Möglichkeit dazu. Projekte wie dieses will der Verein künftig unterstützen: solche also, die die Persönlichkeit stärken. Die ersten Mittel dafür kommen in diesem Jahr von „Bewegen hilft“. Was 2013 aus einer spontanen Idee von Volksbank-Chef Guido Lohmann entstand, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der größten privaten Charity-Aktionen am linken Niederrhein entwickelt. „Bewegen hilft“ geht auch 2019 wieder mit dem Ziel an den Start, Menschen Spaß und Freude am Sport und der eigenen Bewegung zu vermitteln und das zugleich mit sozialem Engagement für die Region zu verbinden. Vom 24. August bis zum 13. September wird für den guten Zweck geschwitzt – und somit auch für Demokratie und Toleranz.

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