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Naturschutz in Moers: Grüne fordern Ersatz für verschwundene Hecke

Naturschutz in Moers : Verschwundene Hecke: Grüne fordern Ersatz

Ende 2016 wurde eine riesige Hecke in einem Landschaftsschutzgebiet komplett gerodet. Der Kreis Wesel verlangte Ersatzpflanzungen. Bis heute hat sich diesbezüglich nichts getan.

Imposant, mehrere hundert Meter lang und mehr als mannshoch war die Hecke, die ursprünglich mal am Gerdtbach entlang führte und zum Teil auf Landschaftsschutzgebiet stand – bis sie Ende 2016 unrechtmäßig entfernt wurde. Über Jahrzehnte sei das Unterholz Lebensraum für viele verschiedene Tierarten gewesen, sagt Hubert Kück, Vorsitzender der Grünen-Kreistagsfraktion. Als solches habe es auch Kröten, Molchen und Insekten Schatten gespendet. Früher. „Leider sind bei der Wiederanpflanzung bis heute keine Fortschritte zu erkennen“, so Kück. „Die notwendige Wiederherstellung der Bepflanzung findet nach unserer Kenntnis nicht statt. Im Gegenteil: Seit 2016 bis heute wurden in diesem Bereich neu aufwachsende Pflanzen mehrfach von Dritten gemulcht und somit am Aufwuchs gehindert.“

Zur Erklärung: Die Hecke war Teil eines Biotopverbunds mit dem sich bis Scherpenberg erstreckenden Gerdtbach. Der Kreis Wesel hatte seinerzeit als zuständige Untere Landschaftsbehörde ein Verfahren eingeleitet. Ein Verstoß gegen den Landschaftsplan, Ersatz oder Teil-Ersatz und auch ordnungsrechtliche Sanktionen standen im Raum. Die Grüne-Kreistagsfraktion hat jetzt Fragen zum Stand der Dinge an die Kreisverwaltung gestellt und die Beantwortung im nächsten Umweltausschuss beantragt.

Konkret will die Fraktion wissen: Wurden die Personen, die die Rodungen und das Mulchen vorgenommen haben, ermittelt? Falls nein: Wie soll die erneute Zerstörung von Neuaufwuchs beziehungsweise Neuanpflanzungen verhindert werden? Welche Maßnahmen hatte und hat die Kreisverwaltung zur Wiederherstellung des Biotopverbunds geplant und welche sind bereits umgesetzt worden? Wenn Maßnahmen noch nicht umgesetzt wurden: Was sind die Gründe, die eine Umsetzung verhindert haben? Beabsichtigt die Kreisverwaltung weiterhin, die geplanten Maßnahmen umzusetzen? Und: Bis zu welchem Zeitpunkt werden die geplanten Maßnahmen umgesetzt?

Der Kahlschlag in Meerbeck erinnert an den „Wäldchen-Fall“ von Scherpenberg. Dort hatte der Eigentümer einer Privatfläche den Baumbestand auf drei Grundstücken an der Kornstraße roden lassen. Darunter war auch ein städtisches Areal. Die Stadt forderte eine Wiederaufforstung ihres Geländes. Weil nichts geschah, pflanzte sie Anfang 2018 selbst neue Bäume und Sträucher auf ihrem Grundstück an.