Veranstaltung in Moers Wie Stadtgeschichte zum Ereignis wird

Moers · Bei der Nacht der Geschichte geht es in drei Rundgängen um die Vergangenheit von Moers. Anschließend gibt es Antipasti und Getränke im Musenhof. Am Konzept gibt es eine kleine Veränderung.

Organisatoren und Mitwirkende der Nacht der Geschichte 2024 stehen vor dem Moerser Schloss.

Organisatoren und Mitwirkende der Nacht der Geschichte 2024 stehen vor dem Moerser Schloss.

Foto: Josef Pogorzalek

Am 28. Juni ist wieder Nacht der Geschichte in Moers, und wer dabei sein möchte, sollte nicht zu lange mit dem Kauf der Karten warten. „Letztes Mal waren sie nach zehn, 14 Tagen weg“, sagte am Mittwoch Frank Heinrich vom Grafschafter Museums- und Geschichtsverein (GMGV). Er hatte vor ein paar Jahren die Idee zu dem „gemütlichen Spaziergang“ durch die Stadt, bei dem die Teilnehmenden nicht nur jede Menge über die Historie der Stadt lernen, sondern sich hinterher im Musenhof bei Antipasti und Getränken zum nicht minder gemütlichen Austausch treffen – Mitglieder des GMGV übernehmen dabei den Service.

„Die Nacht der Geschichte ist längst fester Bestandteil der Veranstaltungsangebote der Stadt“, sagte Diana Finkele vom Grafschafter Museum, mit dem der GMGV ebenso kooperiert wie mit der Wirtschaftsförderung Moers. Mit dabei sind erneut auch Stadtführerinnen.

Mit zwei geführten Rundgängen durch die Innenstadt und zehn Stationen ist die Nacht der Geschichte 2017 gestartet. Inzwischen ist das Angebot auf drei Rundgänge und 15 Stationen gewachsen:

Rundgang 1 In seinem Mittelpunkt steht das Schloss und dessen Umgebung. Start ist am Denkmal von Luise Henriette vor dem Schloss, weitere Stationen sind das Alte Landratsamt, das Schloss, das Rosarium sowie der Park. An den Stationen begegnen den Teilnehmenden Persönlichkeiten aus der Moerser Geschichte (dargestellt von Mitarbeitenden des Museums), die aus ebenjener erzählen – etwa Philipp von Hoorn, den die spanische Regierung zusammen mit Lamoral Graf von Egmond in Brüssel enthaupten ließ, der Unternehmer Friedrich Wintgens oder auch Moritz von Oranien, der die Spanier aus Moers vertrieb.

Rundgang 2 Seine Stationen sind das Pumpeneck, wo Stadtführerin Erika Ollefs in die Rolle des Nachtwächters Franz Stöber schlüpft, das Peschkenhaus (dort informiert Ulrich Kemper, GMGV, die Teilnehmenden), die Evangelische Stadtkirche (André Thissen, Schacht IV), die Oranischen Häuser (Stadtführerin Renate Otremba) und die Geschichtsstation „Juden in Moers II“. Dort erzählt Lutz Hartmann von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, wie Menschen jüdischen Glaubens das Geschäftsleben der Stadt mitgeprägt haben.

Rundgang 3 Dazu zählen die Stationen Gänsebrunnen (Stadtführerin Anne-Rose Fusenig), Neumarkt (Stadtführerin Eva-Maria Eifert), das Mahnmal für die Opfer der Shoa (Heidi Nüchter-Blömeke, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit), der Königliche Hof (Wilfried Scholten, GMGV) sowie die Steinstraße (Werner Gröll, Schacht IV).

So geht’s rund Wer eine Karte für die Nacht der Geschichte kauft, muss sich für einen der Rundgänge entscheiden. Treffpunkt für alle ist das Denkmal vor dem Schloss, dort werden die Teilnehmenden nach „ihren“ Rundgängen“ und pro Rundgang in fünf Gruppen aufgeteilt. Jeder Gruppe startet dann an einer anderen Station und wird nach einer jeweils zehn- bis 15-minütigen fachkundigen Erläuterung zur nächsten Station geführt.

Was ist neu? Am Rundgang 1 dürfen diesmal bis zu 25 Personen teilnehmen, bei den Rundgängen 2 und 3 ist die Teilnehmerzahl wie bisher auf 20 beschränkt.

Wer ist neu? Neu im Team der Nacht der Geschichte ist Ulrich Kemper (GMGV), der erstmals über das Peschkenhaus, das älteste Bürgerhaus der Stadt, berichten wird. „Ich bin stolz darauf, dabei sein zu können“, sagte er am Mittwoch. Neu dabei ist auch André Thissen (Museum Schacht IV), der beim Rundgang 2 die Station zur evangelischen Stadtkirche betreut. Er will unter anderem erzählen, warum die Stadtkirche ohne den Bergbau „wahrscheinlich nicht mehr existieren“ würde, sagte Thissen. Spannend!