Moers: Nach Todesfall: Kreuzung soll sicherer werden

Moers : Nach Todesfall: Kreuzung soll sicherer werden

Römerstraße/Ruhrorter Straße: Die Grünphase für Fußgänger wird verlängert, Behörden diskutieren über Tempo 50.

Der schreckliche Unfall an der Kreuzung Römerstraße/Ruhrorter Straße in Asberg am 19. November hat die Menschen bewegt - und er tut es immer noch, wie die Diskussionen in den sozialen Medien zeigen. Ein 16 Jahre alter Junge aus Moers und seine Freundin (13) wurden abends auf dem Fußgänger-Überweg von einem Kleinbus erfasst. Der Junge starb, das Mädchen erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Nach dem Unfall wurde Kritik laut: Die Kreuzung sei zu gefährlich, hieß es. Die Beleuchtung sei schlecht, die Ampelphasen seien zu kurz. Auch ein Tempolimit für die Kreuzung, an der 70 km/h erlaubt sind, wurde gefordert. Viele Bürger fragen sich seitdem: Wird die Kreuzung nun "entschärft"? Wir haben bei der Stadt nachgefragt.

An der Unfallstelle wurden Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Foto: Arnulf Stoffel

Eine Konsequenz wird der Unfall auf jeden Fall haben, teilte Stadtsprecher Thorsten Schröder mit: Die Grünphasen für Fußgänger werde verlängert. Darauf hätten sich Vertreter der Stadt, der Polizei, der Kreisverwaltung und des Landesbetriebs Straßen verständigt, die den Unfallort gemeinsam besichtigt haben. Über eine weitere Maßnahme wird noch diskutiert. In der nächsten Woche wolle die Stadtverwaltung mit dem Landesbetrieb Straßen sprechen, um, so Schröder, "eine einheitliche Meinung über Tempo 50 zu bekommen". Er sei guten Mutes, dass man zu einer Einigung über das Tempolimit gelangt, sagte der Stadtsprecher. Da es um Landesstraßen gehe, müsse Einvernehmen mit dem Landesbetrieb erzielt werden. Zwar könne die Stadt auch von sich aus Tempo-50-Schilder aufstellen. Ein solches eigenmächtiges Vorgehen würde der Kreis aber ahnden und die Schilder "einkassieren" müssen.

Aus den anvisierten Maßnahmen Rückschlüsse auf die Unfallursachen zu ziehen, wäre falsch, betonte Thorsten Schröder. Objektiv seien keine Gründe gegeben, etwas an der Kreuzung zu ändern. Nach übereinstimmender Meinung aller beteiligter Fachleute - auch aus der Stadtverwaltung - lägen "keine unfallbegünstigenden Faktoren" vor. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen an der Kreuzung gekommen ist, auch solchen, bei denen Personen verletzt wurden. Für die Fachleute ist entscheidend, dass die Unfälle der Vergangenheit unterschiedliche Gründe gehabt hätten. Einen Unfall, der ähnlich gelagert war wie der vom 19. November, habe es vorher nicht gegeben.

Die Kreuzung liege außerorts, erläuterte Schröder. "Theoretisch wäre dort auch Tempo 100 möglich." Die Wohnbebauung von Asberg sei aber unmittelbar benachbart. "Deshalb hat man das Gefühl, man sei innerorts." Viele Menschen hätten sich nach dem Unfall bei der Stadt gemeldet und Tempo 50 an der Kreuzung gefordert. Auch das Thema Schulwegsicherung spiele eine Rolle, sagte Schröder; die Eschenburg-Grundschule liege in der Nähe. Viele halten die Kreuzung für unübersichtlich, weil sie auf einer Kuppe liegt, erst wenn Autofahrer diese "erklommen" haben, können sie die Kreuzung einsehen.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen zu dem Unfall noch nicht abgeschlossen. Auch das Gutachten eines Sachverständigen steht noch aus. "Die Sache wird ein gerichtliches Nachspiel haben", sagte gestern Polizeisprecherin Andrea Margraf. "Allerdings müssen wir erstmal vernünftig die Faktenlage klären." Es gibt offenbar Hinweise darauf, dass der Junge und das Mädchen die Straße bei Rot überquert haben sollen. Die Polizei appelliert an mögliche Unfallzeugen, sich unbedingt zu melden.

(RP)
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