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Moers: Nach Feuer: Dschungel Anfang des Jahres fertig

Moers : Nach Feuer: Dschungel Anfang des Jahres fertig

Im Juli hat es im Dachgeschoss des Hauses gebrannt, in dem die Kulturkneipe Dschungel zuhause ist. Viel ist kaputtgegangen durch Löschwasser – gerade wird fleißig an der Wiederherstellung gearbeitet.

Im Juli hat es im Dachgeschoss des Hauses gebrannt, in dem die Kulturkneipe Dschungel zuhause ist. Viel ist kaputtgegangen durch Löschwasser — gerade wird fleißig an der Wiederherstellung gearbeitet.

Foto: KT

Vor einem Jahr hatte die Scherpenberger Kulturkneipe Dschungel noch groß ihren 30. Geburtstag gefeiert, jetzt ist die Theke mit staubigen Pappen abgedeckt, und durch die freigelegten Dachbalken kann man stellenweise ins nächst höhere Stockwerk blicken. Am elften Juni diesen Jahres hatte es in einer der Dachwohnungen des mehrstöckigen Hauses gebrannt, ein Mensch kam bei dem Feuer ums Leben. Der Dschungel wurde durch die Löscharbeiten in Mitleidenschaft gezogen. "Nicht so schlimm. Das kriegen wir schnell wieder hin", hatten die Pächter Peter Eicks und Dennis Pfenningsdorf zunächst noch gedacht, doch eine Überprüfung der Schäden durch das Moerser Bauamt ergab eine andere Diagnose. Der Scherpenberger Dschungel würde für die nächsten Monate seine Türen schließen müssen. "Als wir das hörten, hat es uns fast das Herz gebrochen", erinnert sich Peter Eicks schmerzlich an diese Hiobsbotschaft. "Und unseren Stammgästen erging es nicht anders."

Foto: Kilian Treß

Inzwischen sind gut drei Monate vergangen. Während der hintere, kleine Bühnenraum so gut wie nichts abbekommen hat, ist der vordere Thekenraum zurzeit eine große Baustelle. Wand- und Deckenverkleidungen wurden abgerissen, die Stühle und Tische ausgeräumt, und alles ist staubig. Wann die ersten konkreten Bauarbeiten beginnen, weiß Peter Eicks noch nicht genau, nur, dass sie umfangreich sein werden. Dazu gehören für die Gaststätte unter anderem neue Brand- und Lärmschutzdecken, sowie eine Schalldämmung der Außenwände. "Wenn alles gut läuft, werden wir voraussichtlich im Februar oder März nächsten Jahres wieder aufmachen können", hoffen er und sein Partner.

Peter Eicks in seiner Kulturkneipe im Dschungel. Nach dem Brand im Juni musste wegen des Löschwassers die gesamte Decke abgenommen werden. Foto: Dieker

Der Pachtvertrag mit dem Hausbesitzer laufe zwar Ende 2014 aus, werde aber "auf jeden Fall erneuert". Denn der Dschungel soll bleiben, und das bis auf einige Verschönerungsmaßnahmen genau so, wie er vorher war, nämlich mit gemütlichen Tischen für die Stammgäste, den beliebten überbackenen Baguettes aus der Küche und zahlreichen Live-Veranstaltungen im hinteren Bühnenraum. Das waren bisher sporadische Comedy- und Bandauftritte, sowie regelmäßige Karaoke-, Party- und Quiz-Abende. Auch daran wird sich laut Peter Eicks nach der Wiedereröffnung nichts ändern.

Geplant sind lediglich ein paar optische Verschönerungen. Neue Deckenleuchten zum Beispiel und ein etwas hellerer Wandanstrich. Darüber hat der Hausbesitzer den Einbau einer neuen Toilettenanlage und neuer Fenster in Aussicht gestellt. "Wir wollen unseren Stammgästen ja nicht ihr gemütliches, zweites Wohnzimmer wegnehmen", so Peter Eicks. Die meisten Baumaßnahmen sind zwar über entsprechende Versicherungsverträge abgedeckt, für die Verschönerungen müssen er und Dennis Pfenningsdorf jedoch aus eigener Tasche aufkommen, was beiden nicht ganz leicht fällt, denn eine geschlossene Gastwirtschaft bringt bekanntlich nichts ein. So sind sie nicht nur für die bereits geleistete Hilfe einiger ihrer Stammgäste sehr dankbar, sondern hoffen in der nächsten Zeit noch auf weitere, selbst ganz kleine Spenden.

(lang)