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Nach Autorennen in Moers: Mordanklage gegen Unfallfahrer steht

Unbeteiligte Frau kam ums Leben : Tödliches Autorennen in Moers - Fahrer wegen Mordes angeklagt

Bei einem mutmaßlichen illegalen Autorennen am Niederrhein wird eine unbeteiligte Frau getötet. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 21-jährigen Fahrer. Der Vorwurf: Mord.

Die Ermittlungen zu dem illegalen Autorennen, bei dem am Ostermontag eine unbeteiligte Frau auf der Bismarckstraße in Meerbeck getötet wurde, sind abgeschlossen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft ist beim Landgericht Kleve eingegangen. Das teilte am Freitag das Gericht mit. Die zuständige Schwurgerichtskammer werde nach Ablauf der Stellungnahmefrist über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die zwei Angeschuldigten und über etwaige Termine entscheiden, heißt es.

Die Anklage richtet sich gegen zwei 21- und 22-jährige Männer aus Duisburg. Dem 21-Jährigen, der sich in Untersuchungshaft befindet, wird Mord und die Teilnahme an einem verbotenem Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge vorgeworfen, dem 22-Jährigen die Teilnahme an einem verbotenem Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge.

Laut Staatsanwaltschaft lieferten sich die beiden Männer am späteren Abend des 22. April auf der Bismarckstraße – kurz hinter der Bahnschranke – ein Rennen, bei dem beide Autos stark beschleunigten. Der 21-Jährige, der über keine Fahrerlaubnis verfügt haben soll, soll einen Mercedes-AMG E 63 S (Motorleistung mindestens 612 PS), der 22-Jährige einen Range Rover Sport (Motorleistung mindestens 550 PS) gesteuert haben. Auf einem Parkplatz eines nahegelegenen Supermarktes sollen sie zunächst die Motoren ihrer Fahrzeuge im Leerlauf in hohe Drehzahlbereiche drehen lassen haben, um dadurch eine möglichst erhebliche Lautstärke zu erzeugen und die Leistungsstärke ihrer Fahrzeuge zu demonstrieren. Anschließend sollen sie das Rennen ausgetragen haben, bei dem sie – trotz Dunkelheit – ihre Fahrzeuge unter Volllast beschleunigten.

Der 21-jährige AMG-Fahrer soll dabei auch die linke (Gegen-)Fahrspur genutzt und auf über das dreifache der zulässigen Höchstgeschwindigkeit (167 km/h) beschleunigt haben. Im Kreuzungsbereich Bismarckstraße/Donaustraße stieß er mit dem Kleinwagen einer 43 Jahre alten Frau aus Moers zusammen, die in Fahrtrichtung der Angeklagten eingebogen war. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit soll es dem 21-Jährigen nicht mehr gelungen sein, sein Fahrzeug rechtzeitig zu stoppen  – es kam zum Zusammenstoß. Mit voller Wucht prallte der Mercedes in das Heck des Citroens der Frau, der in ein geparktes Fahrzeug und anschließend gegen einen Baum schleuderte. Die nicht angeschnallte 43-Jährige wurde aus dem Fahrzeug geschleudert. Sie erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.