1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Nach Anfeindungen: Die Nutriajagd an der Nepix Kull wird eingestellt

Moers : Nach Anfeindungen: Die Nutriajagd an der Nepix Kull wird eingestellt

Wegen aufgebrachter Parkbesucher wollen Lineg und Stadt die großen Nager nun an anderen Stellen der Stadt mit Fallen bejagen.

Elke Wimmer ist mit den Nerven fertig. "Ich komme gerade aus dem Schlosspark", berichtet sie. "Angeblich soll ein Kind an der Nepix Kull ins Wasser gesprungen sein, um Nutrias aus Fallen zu befreien." Die Lineg-Sprecherin fuhr hin, um die Lage zu prüfen. Was sie erlebte, sei ein "Spießrutenlauf" gewesen. Es hagelte Beschimpfungen von Parkbesuchern, die der Lineg und der Stadt Moers übel nehmen, dass sie einen Tierfänger auf die Nager angesetzt haben, die sich im Schlosspark vermehren — so stark, dass die Behörden Schäden an den Uferbefestigungen befürchten.

Alles Quatsch, sagt beispielsweise ein Tierfreund aus Düsseldorf. In einem Schreiben an die RP schwärmt er vom "charmanten Charakter" der Nutrias und meint, die Nager seien in Wirklichkeit nützlich. Abstoßend sei, dass die "possierlichen Tiere" in den Schlagfallen noch "minutenlang zappeln".

Dem widerspricht Elke Wimmer: "Die Tiere werden durch die Fallen sofort getötet." Über viele Mails, mit denen die Lineg derzeit überzogen wird, kann sie nur den Kopf schütteln. "Da schreiben uns Leute aus den neuen Ländern. Was wissen die von den Verhältnissen im Schlosspark?" Höhepunkt sei nun das Angebot eines älteren Ehepaars gewesen, die Nutrias alle als Heimtiere aufzunehmen und kastrieren zu lassen. Überflüssig zu sagen, dass so ein Umgang mit Wildtieren in Deutschland verboten ist. "Das Ganze ist völlig irrational", klagt Wimmer. Aus Sicht der Lineg ist der Fänger das letzte Mittel, um die unkontrollierbare Vermehrung der buddelnden Tiere zu stoppen.

  • Nutriajäger : Der Rattenfänger von Moers stellt im Park Fallen auf
  • Kommentar : Törichte Tierliebe
  • Viele junge Menschen fühlen sich bei
    Ausbildungsinitiative Kreis Wesel Präsentiert von Altana (Folge 5) : Mit Experten auf Ausbildungsplatzsuche

Alle Appelle an Parkbesucher, die Nutrias nicht zu päppeln, nutzten nichts. "Die Leute kippen taschenweise Futter ins Wasser." Angesichts der bizarren Szenen, die sich am Nepix Kull in den vergangenen Tagen abgespielt haben, wollen Lineg und Stadt zumindest dort von einer weitere Jagd mit Fallen absehen. Die Aktion soll an anderen Orten im Stadtgebiet fortgeführt werden. "Wie würden die Menschen reagieren, wenn ein Kind an einer Uferböschung einbricht und sich schwer verletzt? Dann käme die Frage: Warum haben die Lineg und die Stadt sich nicht gekümmert?" Die Kosten für die Schäden durch die Nutrias müsse letztlich jeder Bürger über seine Gebühren bezahlen.

(RP)